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Feierliche Kröning im Rahmen des Ellmendinger Weinfests in der Winzerhalle: Das Bild zeigt von links Marco Kronenwett, Vorsitzender des Ellmendinger Musikvereins, der das Fest organisiert, die scheidende Weinkönigin Denise I. Mischensky, die neue Weinkönigin Jule I. Renninger, Weinknecht Daniel Arnold und Kelterns Bürgermeister Steffen Bochinger. Foto: Ossmann
64 Jahre liegen zwischen der neuen Kelterner Weinkönigin Jule I. Großtante Gretel Bauer, die 1953/54 die zweite Dietlinger Weinkönigin war. Foto: Ossmann
10.09.2017

51. Ellmendinger Weinfest: Jule I. neue Weinkönigin

Keltern. Da sag noch einer, es gebe noch Animositäten zwischen den Ellmendingern und den Dietlingern. Das ist längst vorbei. Zwar neckt man sich hie und da noch mit lokalen Eigenheiten, aber ansonsten ist man fast ein Herz und eine Seele. Dies wurde auch mit dem 51. Ellmendinger Weinfest deutlich. Zum wiederholten Male wurde hier nämlich eine Dietlingerin zur Weinkönigin gewählt. Nachdem beim 50. Weinfest im vergangenen Jahr Denise I. Mischensky aus Neubärental quasi aus „neutralem Gebiet“ zur Weinhoheit gekürt worden war, ist es in diesem Jahr Jule Renninger (22) aus Dietlingen.

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Dabei ist die Wahl der ältesten Tochter des Dietlinger Feuerwehr-Abteilungskommandanten Uwe Renninger fast schon eine kleine Sensation. Ihre Großtante Gretel Bauer, geborene Bischoff, war nämlich als Gretel I. 1953/54 die zweite Weinkönigin, die auf den ehemals groß gefeierten Dietlinger Weinfesten zur Weinhoheit gewählt worden war. Nun in Ittersbach wohnend, ließ sie es sich mit ihren heute 82 Jahren nicht nehmen, die Krönung der Großnichte am Freitagabend zusammen mit ihrem Mann Herold (87) in der Ellmendinger Winzerhalle mitzuerleben.

Gekommen waren wohl an die 800 weitere Besucher, unter ihnen, neben viel Lokalprominenz die Kelterner SPD-Bundestagsabgeordnete Katja Mast. Auch Geschäftspartner der Ittersbacher Firma Hermann Ultraschall aus dem 12 000 Kilometer fernen Malaysia waren mit dabei. Alle erlebten sie unterhaltsame, heitere und weinselige Stunden. Dafür hatte in gekonnter Manier der Musikverein Ellmendingen unter Leitung von Bruno Sautner gesorgt.

Nach der Premiere im vergangenen Jahr moderierte auch diesmal wieder Frank Kieß aus Gräfenhausen den Abend – später auch mit gesanglichen Einlagen. Unter den Klängen des Badnerlieds zogen dann gegen 21.30 Uhr Jule Renninger und Weinknecht, Daniel Arnold (22) in die Winzerhalle ein. Nach einem kurzen Rückblick auf ihre interessante Amtszeit krönte die scheidende Weinkönigin Denise I., die nun im Kelterner Seniorenzentrum in Ellmendingen eine Ausbildung zur Altenpflegerin beginnen wird, die neue Weinkönigin „Jule I.“ Dabei hatte sie noch ein persönliches Geschenk parat und überreichte erstmals in der Weinfestgeschichte eine Schärpe an die neue Weinhoheit. Kelterns Bürgermeister Steffen Bochinger, der zu den ersten Gratulanten zählte, überreichte ein Silberkettchen, Marco Kronenwett vom Musikverein Ellmendingen neben dem bekannten silbernen Schwan auch eine von Gerlinde Fassnacht aus Ellmendingen gestiftete Perlenkette. Vor und nach dem Krönungsakt überzeugte das gemischte Blasorchester mit Musikern aus Ellmendingen und Langensteinbach nicht nur mit Märschen und Polka, sondern auch mit Schlagerpotpourris und Gesangseinlagen. Wie ehemals Elke Mayer und Dirigent Bruno Sautner als Gesangduo überzeugten, so begeisterten nun Gisbert Seewald und Julian Sautner, der Sohn des Dirigenten, mit verschiedenen Schlagerhits.

Wenngleich vor allen Dingen die jüngeren Besucher mit schmucken Dirndln und in strammen Lederhosen nicht ganz authentisch für eine Winzergemeinde wirkten, so wurde der Abend für alle Altersklassen doch zu einem Stück gelebtem Brauchtum und einem vergnüglichen Erlebnis. Am Samstagnachmittag tat etwas Regen dem Fortgang des Festes keinen Abbruch. Die als gemütliche Hocketse um die historische Kelter geplante Veranstaltung wurde einfach in die Winzerhalle verlegt. Auch am Sonntag, der zum zweiten Mal mit dem Kelterner Weinwandertag gefeiert wurde, war die Witterung zwar kühl aber auskömmlich. Auch hier kamen die Besucher in Scharen in die Weinberge und die Winzerhalle. So konnte am Sonntagabend der Vorsitzende des Ellmendinger Musikvereins Marco Kronenwett erfreut feststellen: „Des war widder ä mol ä scheens Feschd, au wenn’s en hauffe Zeit unn Kraft koschd hat.“