nach oben
Dichter Rauch und hohe Flammen - der Brand in Keltern-Dietlingen stellte die Feuerwehr vor große Probleme. Ein Hausbewohner kam bei dem Brand zu Tode.  © Meyer/TV-BW
Ein Mann wurde Opfer der Flammen bei einem Brand in diesem Wohnhaus in Keltern-Dietlingen. © Meyer
18.03.2015

55-Jähriger stirbt bei Brand in Dietlingen

Keltern-Dietlingen. Dramatische Szenen haben sich am Mittwochmorgen an der Bachstraße in Keltern abgespielt. Um 5.30 Uhr wurde ein Brand im Obergeschoss eines zweieinhalbgeschossigen Mehrfamilienhaus gemeldet. Feuerwehrleute mussten zwei Personen ins Freie bringen, wobei ein 55-jähriger Hausbewohner mit starken Brandverletzungen trotz sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen sein Leben verlor.

Bildergalerie: Ein Mann stirbt bei Brand in Keltern-Dietlingen

Am 18. März starb ein 55-jähriger Mann bei einem Wohnungsbrand in Keltern-Dietlingen.

Die Feuerwehr konnte auch noch eine 82-jährige Frau aus dem Haus führen. Sie ist offensichtlich die Mutter des Verstorbenen. Nachbarn, die aus dem Hausdach entweichenden Rauch bemerkt und die Feuerwehr alarmiert hatten, sind ins Brandhaus geeilt und konnten einen 21-jährigen Hausbewohner aus dem Brandhaus nach draußen geleiten. Auch der junge Mann soll verwandt mit dem Todesopfer sein. Ein 58-jähriger Angehöriger ging, nachdem alle gerettet waren, ohne Atemschutz ins Haus um zu helfen und erlitt hierbei eine Rauchgasvergiftung.

Bildergalerie: 80 Feuerwehrleute bei Brand in Keltern: Mann tot geborgen

Zunächst war unklar, wie viele Personen sich zur Brandzeit im Gebäude aufgehalten haben. Die Feuerwehrleute, so Feuerwehr-Einsatzleiter Joachim Straub, mussten mit Atemschutz das total verrauchte und überhitzte, zugleich von außen mit Löschwasser versetzte Haus durchsuchen, wobei die Sicht durch den Qualm so beeinträchtigt war, dass sich die beiden Trupps quasi nur Schritt für Schritt vortasten konnten. Möglicherweise wird eine Obduktion klären, ob der beim Brand zu Tode gekommene 55-jährige Mann erstickt ist oder an seinen schweren Brandverletzungen starb. Bewohner und Anwohner wurden kurzzeitig evakuiert, ebenso wurden die Kinder aus einem nahen Kindergarten entweder nach Hause entlassen oder in einem anderen Kindergarten untergebracht.

Schon bei der Anfahrt der Feuerwehr wehten den Rettungskräften Rauchschwaden entgegen, die sich durch ganz Dietlingen und bis nach Ellmendingen zogen. Das Haus war in dichten Qualm gehüllt. Als Feuerwehrleute das Haus betraten, schlugen offene Flammen aus Fenstern und dem Dachstuhl. Es kam dabei wohl zu einer Rauchgas-Durchzündung, die unter anderem ein Fenster in Richtung Nachbarhaus schleuderte.

Der fortgeschrittene Brand könnte darauf hindeuten, dass er vielleicht schon längere Zeit vor sich hin schwelte und ausbreiten konnte, bevor es zum plötzlichen Flammenausbruch kam. Doch die genaue Brandursache müssen erst noch die Spezialisten der Kriminalpolizei ermitteln. Nachbarn erklärten, dass sie keine Rauchmelder-Warnsignale gehört hätten.

Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig, da immer wieder Brandnester bekämpft werden mussten. Außerdem galt es für die Feuerwehr, ein Übergreifen der Flammen auf andere Gebäudeteile zu verhindern. Ferner ist es vor Ort recht eng, was den Feuerwehreinsatz stark behinderte. Zuletzt orderten die Rettungskräfte einen großen Kran, um auf dem Dach eine Arbeitsplattform abzusetzen. Von dort aus wurde das Dach abgedeckt, um auch die letzten kleinen Glutnester zu finden und abzulöschen.

Die Freiwilligen Feuerwehren Keltern, Birkenfeld, Straubenhardt, Neuenbürg und die Berufsfeuerwehr aus Pforzheim waren mit 17 Fahrzeugen und 80 Mann vor Ort. Von DRK und ASB waren drei Rettungswagen, 2 Notarzteinsatzfahrzeuge, ein organisatorischer Leiter des Rettungsdienstes, 14 Helfer des DRK-Ortsvereins Keltern und die Notfallseelsorge zum Brandort geeilt. Das „Helfer vor Ort“-Team des Kelterner DRK unterstützte den Regel-Rettungsdienst und übernahmen die Verpflegung der insgesamt über 100 Einsatzkräfte.

Kelterns Bürgermeister Steffen Bochinger lobte das schnelle und problemlose Zusammenarbeiten der verschiedenen Feuerwehren aus dem Umkreis. Auch Kreisbrandmeister Christian Spielvogel war zum Großeinsatz der Rettungskräfte geeilt. Die Kriminalpolizei wird nun ermitteln, ob ein technischer Defekt oder eine Brandstiftung das Feuer ausgelöst haben.