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26.01.2010

81-jährige Frau aus brennendem Haus gerettet

BIRKENFELD. Ein Wohnhaus am Stettiner Weg in Birkenfeld ist am frühen Dienstagmorgen ausgebrannt. Die 81-jährige Bewohnerin wurde nach Angaben der Feuerwehr von Nachbarn und dem Enkel gerettet, die schnell eingriffen.

Eine 81-jährige Birkenfelderin hat den Brand ihres Reihenmittelhauses in der Nacht auf Dienstag ohne größere Verletzungen überstanden. Wegen des Verdachts auf eine Rauchgasvergiftung musste sie allerdings zunächst zur Beobachtung ins Krankenhaus. Ihr Haus ist allerdings unbewohnbar. Der Schaden ist mit rund 200 000 Euro hoch, auch die direkt angrenzenden Gebäude sind betroffen. Trotzdem: Nach Einschätzung der Feuerwehr hat die schnelle Nachbarschaftshilfe im Stettiner Weg viel Schlimmeres verhindert. Zum Zeitpunkt des Feuers, gegen ein Uhr am Dienstagmorgen, schliefen alle in der Wohnstraße. Es war ein Hund, der vom Brandgeruch aufgeschreckt wurde. Der Riesenschnauzer weckte Besitzer Carsten Arndt. Der sah aus dem Schlafzimmerfenster, entdeckte den Feuerschein und eilte kurz darauf nach draußen. Seine Frau verständigte die Feuerwehr.

Viel Zeit zum Nachdenken blieb nicht, nur „dass man da helfen muss.“ Die Tür war offen, und Arndt schaute nach der aufgeschreckten Bewohnerin des Hauses. Als er nach Mitteln zum Löschen suchte, stürmte Sven Gotthard, der Enkel der Frau herein, der von anderen Nachbarn wachgeklingelt worden war. Praktisch in der Unterhose sei er auf die Straße, sagt er. Er brachte die Großmutter nach draußen. Zu diesem Zeitpunkt sei das Feuer dem Augenschein nach noch vor allem auf das Badezimmer beschränkt gewesen, erinnern sich die Männer. Dann ging alles rasend schnell.

Als die Feuerwehr eintraf, am Ende 60 Mann aus Birkenfeld, Keltern und Pforzheim, schlugen den Einsatzkräften schon helle Flammen entgegen, vorne und hinten, aus dem ganzen Obergeschoss und aus dem Dach, sagt der Einsatzleiter und Birkenfelder Kommandant Frank Oelschläger. Das Feuer habe sich am Ende fast explosionsartig ausgebreitet. Von dem älteren Reihenmittelhaus, in dem viel Holz verbaut war, sei nicht mehr viel zu retten gewesen. Der Kampf gegen die Flammen war zugleich einer gegen die große Gefahr, dass auch die Nachbarhäuser in Brand geraten könnten. Das sei Spitz auf Knopf gestanden, so Oelschläger. Die Kräfte hätten die Flammen schnell unter Kontrolle gebracht und das Ausbreiten verhindert, lobte Kreisbrandmeister Ingbert Fürtsch.

Gestern waren im Stettiner Weg bereits Handwerker im Einsatz, um Schäden an den Nachbarhäusern zu beheben. In dem ausgebrannten Mittelhaus machten sich Brandermittler auf die Spur der Ursache des Unglücks. Nach ersten Erkenntnissen, so Polizeisprecher Wolfgang Schick, gehe man davon aus, dass ein Defekt an einem elektrischen Boiler im Bad das Feuer ausgelöst hat. Dort hatten auch die Helfer aus der Nachbarschaft Flammen entdeckt.

Vor deren beherztem Eingreifen müsse man den Hut ziehen, sagt der Feuerwehrkommandant. Angst habe er schon gehabt, sagt Arndt, aber das Gefühl, etwas tun zu können, habe geholfen. Die Familie des Enkels der Geretteten konnte ohnehin in der Nacht kein Auge mehr zutun. Der Großmutter gehe es zum Glück den Umständen entsprechend gut. Die Feuerwehr meldete um 3.23 Uhr Feuer aus. Eine Brandwache blieb für den Rest der Nacht vor Ort, um eventuelle Glutnester zu löschen.

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