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Seine Regierungserklärung verliest das Prinzenpaar André der Zweite und Maren die Erste. 
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Ihren letzten Auftritt absolvierte die große Garde I, die unter Karina Hölzles Leitung eine bunte Choreographie zeigte. Roller 
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Die Streitigkeiten zwischen Bilfingern und Ersingern nehmen Harald Wolf und Wolfgang Haberstroh auf die Schippe. 

900 Gäste kommen zu Prunksitzungen der „Fledermaus“

Flotter Gardetanz, humorvolle Sketche und fetzige Livemusik: Wenn die Ersinger Karnevalsgesellschaft „Fledermaus“ in die fünfte Jahreszeit startet, dann bebt in der örtlichen Festhalle der Boden. Dann gibt es kein Halten mehr unter den rund 900 Gästen, die am Wochenende zu den beiden Eröffnungsprunksitzungen gekommen sind.

Mehr als 70 Mitwirkende stehen über drei Stunden lang auf der Bühne. Mühelos werden sie bei ihren wochenlang geprobten Auftritten dem gerecht, was das Prinzenpaar André der Zweite und Maren die Erste in seiner Regierungserklärung fordert: „Wir lassen es mit Euch so richtig krachen und haben immer was zum Lachen.“

Lokalpolitik seziert

Das gilt zum Beispiel, wenn sich gestandene Männer Frauenkleider anziehe, um bei einem Glas Sekt über die Ehemänner zu lästern. Aber nicht nur das können Janis Melcher, Andre Grimm, Marco Kraus, Keven Frei und Andre Schmidt. Am Stammtisch wissen sie auch bestens Bescheid über so manches Frauenproblem. Über die Vorteile von vielseitig einsetzbaren Rasenmähern sind dagegen Clemens Reiling, Benjamin und Christian Klingel bestens informiert. Sogar so gut, dass sie bei ihrem Auftritt als Mitarbeiter einer Reklamationsabteilung ihre Kunden zur Weißglut bringen. Apropos Weißglut: Was passiert, wenn sich ein Bilfinger und ein Ersinger auf einer Sitzbank zwischen Ortsteilen treffen? Bei einer Flasche Schnaps sezieren sie genüsslich die Lokalpolitik. Egal ob der Neubau von Supermärkten, das Einweihungsfest des Kreisverkehrs oder der Hochwasserschutz: Wolfgang Haberstroh und Harald Wolf fällt zu allem etwas ein.

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Bildergalerie

Prunksitzung der KG Fledermaus in Ersingen

Erinnerung an Tripsdrill

Und sie sind damit nicht allein: Auch Andre Brenk, Kevin Reich und Stefan Schuster sind nicht auf den Mund gefallen. Sie nennen sich „Lafleurs“ und stehen seit elf Jahren zusammen auf der Bühne. Grund genug, um in der „Killer-Sauna“ nicht nur zurück-, sondern auch vorauszublicken: Was wohl in elf Jahren sein wird? Ob eine Gruppe Jugendlicher dann den Bürgermeister in Tripsdrill vergisst? Keine Ahnung. Sicher ist nur, dass die „Lafleurs“ auch ganz passable Tänzer sind. Zum Beispiel, wenn sie mit der ebenfalls seit elf Jahren existierenden mittleren Garde loslegen.

In bunten Kostümen wirbeln die von Nina Zettelmayer, Patricia Fritsch und Melanie Kern trainierten Tänzerinnen über die Bühne. Und sind damit nicht allein: Die Funkenmariechen Elena Winteroll und Annika Steinbrecher tanzen eine fantasievolle Choreographie, die kleine Garde zeigt einen flotten Marsch und die beiden großen Garden machen die Bühne mit viel guter Laune unsicher. Eine wird von Sandy Richter, die andere von Karina Hölzle trainiert. Letztere verabschiedet sich nach 20 Jahren von der Bühne. Klar, dass ihre Vereinskollegen die Tänzerinnen nur ungern gehen lassen und ihnen zum Abschied ein selbst geschriebenes Lied singen. Ein emotionaler Moment, der kurz vor dem Finale das Publikum dazu bringt, Beifall im Stehen zu spenden. Viel Applaus gibt es für alle Mitwirkenden. Auch für die Musiker der Kapelle „Top Team“.