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Der erneuerte Flüsterasphalt auf der A 8 bei Heimsheim und Friolzheim ist fertig, wie dieses Bild vom Dienstag zeigt. Der Verkehr durch die Baustelle, der seit Anfang Juni praktisch täglich für Staus in beiden Richtungen sorgte, ist damit bald Vergangenheit. Foto: Ketterl
Der erneuerte Flüsterasphalt auf der A 8 bei Heimsheim und Friolzheim ist fertig, wie dieses Bild vom Dienstag zeigt. Der Verkehr durch die Baustelle, der seit Anfang Juni praktisch täglich für Staus in beiden Richtungen sorgte, ist damit bald Vergangenheit. Foto: Ketterl
14.09.2018

A8: Wann droht die nächste Baustelle wegen Flüsterasphalts?

Enzkreis. Der Ispringer Thomas Wüst gehört zu den vielen Menschen, die auf dem Weg zur Arbeit oft die Autobahn brauchen. Er verfolgt die PZ-Berichte über Baustellen und Verkehr deshalb genau – zuletzt weil auch er bei den A8-Belagsarbeiten bei Friolzheim immer wieder im Stau stand. Die Baustelle ist weg. Aber die PZ hatte angedeutet, dass Flüsterasphalt, wie er dort verbaut wurde, sehr schnell erneuert werden muss. Wann, fragt Wüst, steht der Region dann die nächste Flüsterasphalt-Baustelle bevor?

Die Antwort dazu hat die PZ mit Unterstützung der für die A8 zuständigen Regierungspräsidien Karlsruhe und Stuttgart in eine Grafik umgesetzt, die zeigt, auf welchen Autobahnabschnitten der beliebte, lärmschluckende Asphalt eingebaut wurde. Das ist fast überall der Fall – nur im Pfinztal zwischen Pforzheim-West und Karlsbad gibt es keinen offenporigen Splittmastixbelag.

Wie die PZ-Grafik zeigt, hat der Flüsterasphalt in der Region allerhöchstens zehn Jahre lang durchgehalten – und zwar im Abschnitt zwischen Karlsbad und dem Dreieck Karlsruhe. Bei Friolzheim wurde er nun bereits sieben Jahre nach dem Einbau erneuert. Östlich von Heimsheim musste man bei kleineren Abschnitten schon nach sechs Jahren eingreifen. Im Schnitt geht man bei Flüsterasphalt von einer Lebensdauer von rund acht Jahren aus. Legt man das zugrunde, wartet die nächste Belagsbaustelle 2020 oder 2021 zwischen Karlsruhe und Karlsbad, dicht gefolgt vom Abschnitt bei Pforzheim-Nord. Flüsterasphalt brauchen die Planer oft, um Lärmgrenzwerte einzuhalten. Denn der Belag schluckt einen Teil der Rollgeräusche – rund fünf Dezibel weniger Lärm als bei normalem Asphalt nimmt man an. Zum Vergleich: zehn Dezibel weniger würde man als Halbierung des Krachs empfinden.

Wie funktioniert das? Gewöhnlicher Asphalt besteht aus Gesteinskörnern unterschiedlichster Größe – mal winzig wie Staub, mal 32 Millimeter groß. Das ganze ergibt mit bitumenhaltigem Bindemittel eine sehr dichte und beständige Mischung. Flüsterasphalt wird aus praktisch gleich großen Körnern – meist rund acht Millimeter groß – und Bitumen hergestellt. Dadurch bleiben Hohlräume voller Luft zwischen den Bröckchen, die sonst kleinere Teile füllen würden. Diese offenen Poren schlucken den Lärm – und lassen beispielsweise auch Regenwasser besser ablaufen. Ein Nebeneffekt, der seinen Teil zur Popularität dieses Fahrbahnbelags beiträgt.

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