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Betonplatten der Autobahn im Enztal drohen in Richtung Stuttgart zu brechen. An manchen Stellen ist der Untergrund 70 Jahre alt. Während der sechsmonatigen Ausbesserungsarbeiten ist die Anschlussstelle Pforzheim-Ost beidseitig dicht.
autobahn risse © Ketterl
24.04.2008

A8-Fahrbahn ein Sicherheitsrisiko - Pforzheim-Ost wird gesperrt

ENZKREIS/PFORZHEIM. Die Autobahn-Anschlussstelle Pforzheim-Ost wird ein halbes Jahr lang gesperrt. Die A-8-Fahrbahn ist in Richtung Stuttgart kaputt und muss repariert werden. Mitte Juli rücken im Enztal die Bagger an.

Mitte Juli beginnen Bauarbeiter die Fahrbahndecke der Autobahn bei Pforzheim-Eutingen und Niefern aufzureißen. Die Baufirmen starten freilich nicht den sechsspurigen Ausbau der A 8 im Enztal und auch nicht die Überdeckelung der Schnellstraße, um die Anwohner vor dem Lärm zu schützen.

„An manchen Stellen ist der Unterbau der Autobahn 70 Jahre alt.“

Uwe Herzel, Sprecher des Regierungspräsidiums Karlsruhe

Die vier Kilometer lange A-8-Fahrbahn von der Kieselbronner Straße auf der einen Hangseite Richtung Stuttgart bis zur Nieferner Brücke auf der anderen Seite ist kaputt. „Die Verkippungen und Verkantungen der Autobahn werden zum Sicherheitsrisiko“, sagt Uwe Herzel, Sprecher des Regierungspräsidiums Karlsruhe.

Gegen Flickschusterei

Auf den sechsspurigen Ausbau kann die Straßenbaubehörde nicht warten. Ende 2010 wollen der Bund und das Land den Plan für die Einhausung sowie die Lärmschutzwälle und Wände unter Dach und Fach haben. Doch die Erweiterung will dann erst noch finanziert sein. Vor dem Jahr 2015 wird die sechsstreifige Erweiterung jedenfalls nicht beginnen.

Jahrelange Flickschusterei an der alten Trasse ist für die Straßenplaner keine Alternative. „Es nutzt ja nichts, die Autobahn immer nur Schritt für Schritt auszubessern“, sagt Uwe Herzel. Zuletzt mussten Bauarbeiter in den Nachtstunden Flickstellen immer wieder von neuem reparieren. Seit fast drei Jahrzehnten machen sich vor allem die Gemeinden an der Autobahn sowie die Stadt Pforzheim für den Ausbau des Enztalübergangs stark.

Uralter Unterbau

An den steilen Anstiegen schieben, drücken und rütteln die schweren Lasterfahrzeuge an der Trasse. Der Unterbau des Fahrbahnabschnitts Richtung Stuttgart wird von Jahr zu Jahr ausgehöhlt – „teilweise sind die unteren Schichten noch vom Bau der Autobahn vor dem Zweiten Weltkrieg, also schon 70 Jahre alt“, sagt Herzel. Wer heute über die Betonplatten rollt, hört und spürt das Knattern.

Die Fahrbahndecke, in den 60er-Jahren aufgebracht, droht zu brechen. So weit will es die Behörde in Karlsruhe nicht kommen lassen. „Wir bereiten bereits die Ausschreibungen für die Bauarbeiten vor“, sagt Herzel. Vier Millionen Euro investiert die Behörde in die Ausbesserung des A-8-Abschnitts.

Baustellenverkehr erzwingt Anschluss-Sperrung

Ein halbes Jahr lang – von Mitte Juli bis Mitte Dezember – wird es eng auf der Enztal-Autobahn. „Der Baustellenverkehr an den Spuren zwingt uns dazu, die Anschlussstelle Pforzheim-Ost beidseitig zu sperren“, so Uwe Herzel. Die Umleitungsstrecken sind noch offen: „Das wird mit der Stadt Pforzheim und dem Enzkreis geplant.“ Die ortskundigen Auto- und Brummifahrer werden sich allerdings eigene Wege zum neuen Anschluss Pforzheim-Süd oder zur Auffahrt in Heimsheim suchen.