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Dubiosen Gewinnspiel-Ganoven mit ihrer Telefonabzocke könnte bald der Boden entzogen werden.
Dubiosen Gewinnspiel-Ganoven mit ihrer Telefonabzocke könnte bald der Boden entzogen werden.
22.12.2011

Abzocke am Telefon: Hat „Lotto 3000“ausgespielt?

Enzkreis. Neue Nachrichten zu „Lotto 3000“: Bei der „Pforzheimer Zeitung“ hat sich ein Informant gemeldet, der in dem Call-Center auf Mallorca gearbeitet hat, von dem aus die Anrufe getätigt wurden.

„Lotto 3000 habe ich selbst auch gemacht“, schreibt er. Bei den Anrufen habe man immer darauf hinweisen müssen, dass der OTTO-Versand Hamburg beteiligt sei und ein Gutschein über 100 Euro für die Menschen bereitliege. Eine Aussage, die nicht der Wahrheit entsprach. Den Mitarbeitern sei bekannt gewesen, dass ein Rechtsanwalt der Auftraggeber sei, so der Mann. „Sie wurden damit zur Ruhe gestellt, wenn Fragen aufkamen, ob es rechtens ist.“

Wie berichtet, soll der Heidelberger Rechtsanwalt Georg Meyer-Wahl im Sommer auf Mallorca gewesen sein. Thema seiner Gespräche: „Lotto 3000“. Der Geschäftsführer des Call-Centers sei ein guter Bekannter des Anwalts, hieß es. Es handelt sich um Patrick Groß, der aus dem Großraum Heidelberg stammt, und bereits Erfahrung mit Call-Centern gesammelt hat. Gemeinsam mit einem Partner hat er auch in Deutschland schon Call-Center betrieben – zum Beispiel unter dem Namen „Arpat Telekommunikation“ oder „Groka Telecom SL“.

Aber zurück nach Mallorca, in sein Call-Center in Capdepera. Dort scheint es Probleme mit der „Lotto 3000“-Masche zu geben, so der Informant. Die Mitarbeiter, die für diese Anrufe zuständig waren, seien alle zum 15. Dezember entlassen worden. Derzeit werde eine neue Struktur aufgebaut. Aktuell werde Österreich mit einer ähnlichen Gewinnspiel-Masche ins Visier genommen. „Jetzt geht der Betrug aber noch weiter, er will ab dem nächsten Jahr in Spanien anrufen lassen und will dafür 40 Spanier einstellen“, so der Informant weiter. Ein Ende der Abzockerei scheint nicht in Sicht zu sein. In Deutschland könnte den Tricksern aber bald das Leben schwergemacht werden: Die Gesetzesinitiative des Niefern-Öschelbronner FDP-Bundestagsabgeordneten Erik Schweickert ist auf einem guten Weg. Wie berichtet, hat er vorgeschlagen, für den Gewinnspielbereich eine Bestätigungslösung einzuführen. Das bedeutet: Erst wenn der Kunde seine Zustimmung schriftlich gibt, kann ein Vertrag wirksam werden.

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