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Mit 101 Jahren ist Franz Hönig verstorben. Seine Urenkelin Emilia hatte ihn gerne zu Festen begleitet. Dietrich 

Ältester Bauschlotter mit fast 102 Jahren gestorben

Neulingen-Bauschlott. Mit fast 102 Jahren, geboren am 29. November 1919, ist nach einem arbeitsreichen und erfüllten Leben Franz Hönig verstorben. Er war der bislang älteste männliche Bauschlotter und zugleich Neulinger. Auch niemand aus seiner ganzen Familie wurde jemals so alt.

"Ich fühle mich als Bauschlotter, als ob ich schon immer hier gelebt hätte", sagte der in Aspitz in der Tschechei geborene Altmeister. Obwohl er in seinem Leben nicht von Schicksalsschlägen verschont blieb, brachte ihm der Zweite Weltkrieg Glück.

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Älteste Remchingerin kurz nach ihrem 107. Geburtstag gestorben

Als Soldat lernte er in Mittenwald in Bayern, wo er als Gebirgsjäger diente, seine aus Frankenberg in Thüringen geborene Frau Ursula kennen, als sie dort Urlaub machte. Mit nur wenigen Stunden Unterschied war sie gleich alt. Geheiratet wurde am 17. September 1943 in Weimar, wo ihre Eltern lebten.

Durch Folgen des Zweiten Weltkriegs nach Bauschlott

Durch die Folgen des Zweiten Weltkrieges verschlug es die Familie Mitte der 1950er Jahre nach Bauschlott, wo Hönigs Eltern bereits seit 1945 wohnten. Die Familie fasste im Ort schnell Fuß und kaufte sich ein Grundstück zum Bau eines Hauses Anfang der 1960er Jahre. Der Polier hat in Pforzheim beim Bau vieler Gebäude mitgearbeitet.

Glücklich überstanden hatte der Wahl-Bauschlotter im Herbst vor zwei Jahren einen Unfall in seinem Gartengrundstück am Ortsrand von Bauschlott. Als er dort das Dach seines Gartenhäuschens reinigen wollte, rutschte er ab, aber zum Glück nicht ganz vom Dach runter.

Bis vor fünf Jahren fuhr der tüchtige, sparsame und bescheidene Bürger selbst Auto. Mit 100 konnte er noch teilweise seinen Haushalt versehen, ging alleine zu Fuß zum Einkaufen und sammelte in seinem Garten im Herbst Nüsse auf, die er öffnete, um sie an Vögel zu verfüttern. Beliebt und begehrt war über Jahrzehnte der gute Honig aus dem Hause Hönig.

Größter Wunsch geht im vergangenen Jahr in Erfüllung

Wie als Imker, konnte er auch seinem anderen Hobby, der Gartenarbeit, nicht mehr nachgehen, was ihm sehr schwerfiel. Bis zum Sommer 1919 hatte er bis zum Abräumen das Grab seines vor 27 Jahren verstorbenen ledigen Bruders versorgt.

Bei der Pflege des Grabes seiner Frau hatte er seit vier Jahren Unterstützung von seinem Sohn und dessen Frau, welche einen Sohn und eine Tochter haben. Ihnen hat Hönig vier Urenkel zu verdanken.

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Wohl älteste Wirtin aus dem Enzkreis mit 95 Jahren gestorben

In Erfüllung ging sein größter Wunsch, dass er die Einschulung von Emilia im vergangenen Herbst noch erleben durfte. Doch als seine Kräfte immer mehr nachließen, musste er schweren Herzens vor wenigen Monaten den Weg aus dem eigenen Haus ins Altersheim wählen.

Hönigs ältester Sohn verstarb bereits 1958 vierzehnjährig und seine Frau am 23. November 2007, nur wenige Tag vor ihrem 86. Geburtstag. Die Trauerfeier mit Urnenbeisetzung für Franz Hönig findet am Freitag, 15. Oktober, um 14 Uhr auf dem Friedhof in Bauschlott statt.