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Leiterin des Gesundheitsamts und ÖGD-Vorsitzende: Dr. Brigitte Joggerst.  Foto: Enzkreis 

Ärzte fordern Lockdown und Impfpflicht

Pforzheim/Enzkreis/Stuttgart. Der „Verband der ÄrztInnen und WissenschafterlerInnen im Öffentlichen Gesundheitsdienst“ (ÖGD) Baden-Württemberg warnt: „Unsere medizinische Versorgung ist akut gefährdet. Die Infektionszahlen und Einweisungen in die Kliniken steigen weiter. Unsere Krankenhäuser werden bald nicht mehr alle Schwerkranken versorgen können; sie bereiten sich auf schwierige Maßnahmen vor.“ Das betreffe Unfallverletzte, Herzinfarkte und Covid-Kranke gleichermaßen, teilt die ÖGD-Vorsitzende und Leiterin des Gesundheitsamt des Enzkreises Dr. Brigitte Joggerst mit: „Wir brauchen sofort einen kompletten Lockdown mit Ausnahme der Schulen und Kitas, sowie rasch eine Impfpflicht. Die Zeit des Lockdowns muss genutzt werden, um in wenigen Wochen die Bevölkerung mit Booster-Impfungen und Erstimpfungen zu versorgen.

Alleine um die Dritt-Impfungen durchzuführen, müssen pro Woche rund sieben Prozent der Bevölkerung geimpft werden – das entspreche in Baden-Württemberg etwa 700.000 Menschen. Dafür müssten alle Berufsgruppen impfen dürfen, die dies können, einschließlich Zahn- oder Tiermedizinern und Apothekern. In Israel habe so die vierte Welle gebrochen werden können.

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Pforzheim+

Was passiert, wenn man derzeit einen Herzinfarkt erleidet oder schwerst verletzt wird?

Damit Schulen und Kitas offen bleiben können, müssten dort die bekannten Schutzmaßnahmen (Hygieneregeln, Masken, Testen) konsequent eingesetzt werden.

„Das Land befindet sich in einem Notstand, der in dieser Form noch nie da war. Hier müssen auch ungewöhnliche Maßnahmen möglich sein“ so Joggerst abschließend.