AfD im Calwer Kreistag: Mehr Selbstmorde in Coronakrise?

Kreis Calw. Mit einem vierseitigen Antrag will die AfD-Fraktion im Calwer Kreistag von Landrat Helmut Riegger Antworten rund um die Bewältigung der Coronakrise erfahren. Die Frage, wie viele Selbstmorde in der Pandemie gemeldet wurden und ob sich seit dem Ausbruch 2020 mehr Einwohner im Kreisgebiet das Leben genommen hätten, sei heikel, so Fraktionsvorsitzender Günther Schöttle.

Er sei jedoch jüngst „von mehreren Personen angesprochen worden, die ein selbstbestimmtes Ableben als Ergebnis ihrer existenzbedrohenden Lage artikuliert“ hätten. Schöttle in dem Brief: „Es ist von massiver Ausgrenzung, Androhung des Arbeitsplatzverlusts und Repressalien die Rede, nur weil sie ihr Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit in Anspruch nehmen.“ Schöttle kritisiert den Landrat in dem Schreiben persönlich – Riegger hätte bedauert, dass „Verschärfungen für gesunde, ungeimpfte Menschen fehlen“. „Sind Sie tatsächlich der Meinung, mit dieser Forderung noch im Einklang mit dem Grundgesetz zu stehen?“, so die Frage an den Kreischef.

Drohender Kollaps in Kliniken

Helmut Riegger hatte die Kreisräte bei der Sitzung des Verwaltungs- und Wirtschaftsausschusses in Zavelstein über den Antrag der AfD informiert. „Die Fraktion erhält eine Antwort“, sagte er knapp. Kurz sichtlich verärgert, schilderte er dann den drohenden Kollaps der Krankenhäuser in Calw und Nagold: „Wir kümmern uns zurzeit um nichts anderes als die Überlastung der Intensivstationen.“ Die AfD stellt zudem Fragen zur Bettenzahl, zu Impfdurchbrüchen und zum Infektionsverlauf in Schulen. Die Fraktion will auch erfahren, ob der Kreis Krankheitsfolgen von Impfstoffen festgestellt habe.