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Lebhaft geht es im Wohnzimmer von Hatice Sahin (Dritte von rechts) und Soner Sahin (Mitte) zu. Über die türkische Gastfreundschaft freuen sich die Besucher. Foto: Roller
Lebhaft geht es im Wohnzimmer von Hatice Sahin (Dritte von rechts) und Soner Sahin (Mitte) zu. Über die türkische Gastfreundschaft freuen sich die Besucher. Foto: Roller
10.11.2015

Aktion der Volkshochschule stellt verschiedene Kulturen vor

Man muss sich erst einmal trauen, einfach so in ein fremdes Wohnzimmer zu gehen“, meinte Sina Herbstritt aus Sindelfingen. Gemeinsam mit ihrem Freund Nico Schömperle und fünf weiteren Gästen war sie nach Ispringen in das Haus von Soner und Hatice Sahin gekommen, um dort in gemütlicher Runde mehr über die türkische Kultur zu erfahren.

Die türkische Familie war die erste, die im Rahmen der Aktion „Weltreise durch Wohnzimmer“ ihre Tür für eine Handvoll Besucher geöffnet hatte. Es ist überhaupt das erste Mal, dass die Pforzheimer Volkshochschule (vhs) eine solche Veranstaltungsreihe anbietet.

Aber warum eigentlich? „In Pforzheim und Umgebung leben viele Menschen mit unterschiedlichen Kulturen“, erklärten die vhs-Fachreferentinnen Andrea Ebeling und Regina Titelius. Oft wohne man jahrelang Tür an Tür, ohne einander wirklich kennenzulernen. „Wir dachten uns, dass sich das ändern müsste.“ In einer Zeitschrift der vhs hatten sie gelesen, dass es solche „Weltreisen“ vor allem im Norden Deutschlands bereits gibt und kamen auf die Idee, das auch in Pforzheim zu probieren. Schließlich leben hier Menschen aus rund 140 unterschiedlichen Nationen. Und Vorurteile gibt es mehr als genug.

„Das Tolle ist, dass man Informationen aus erster Hand bekommt“, betonten Ebeling und Titelius, die es schaffen wollen, drei Veranstaltungen pro Semester auf die Beine zu stellen. Den Gästen der „Weltreise“ servierten die Gastgeber in ihrem Wohnzimmer typisch türkische Spezialitäten wie Kisir (ein bunter Bulgursalat), Pogaca (süße Teigtaschen), Lahmacum (türkische Pizza) und Ayran (ein Erfrischungsgetränk). „Nur ein kleiner Imbiss“, sagte Hatice Sahin. In der Türkei sei es üblich, seine Gäste gut zu versorgen.