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Sorgten für Unterhaltung: Die Band Blue Note des Pforzheimer Hebel-Gymnasiums bei der Feier der Kinderhilfe.  Fux
Sorgten für Unterhaltung: Die Band Blue Note des Pforzheimer Hebel-Gymnasiums bei der Feier der Kinderhilfe. Fux
Brückenbauerin für Hilfen: Anusha Lux.
Brückenbauerin für Hilfen: Anusha Lux.
Besucher im Schwalbennest Neuhausen
Besucher im Schwalbennest Neuhausen
25.10.2015

Aktion im Biet: Ein Herz für Kinderhilfe in Sri Lanka

Wir waren mutig, als wir damals in Schellbronn zusammensaßen und jeder nach dem schrecklichen Tsunami helfen wollte“, erinnerte sich Vereinsvorsitzender Walter Bogner bei der Jubiläumsfeier im Neuhausener Schwalbennest an die Anfänge der Kinderhilfe vor zehn Jahren zurück. Soforthilfemaßnahmen liefen an und schon im August 2005 gründete sich die Kinderhilfe Sri Lanka im Biet, wie die PZ kürzlich bereits berichtet hat.

Schon bald zogen die ersten sieben Kinder in ein von der Kinderhilfe angemietetes Haus ein. Schnell wuchs die Zahl der Kinder und schon bald begann die Suche nach einem geeigneten Grundstück für den Aufbau eines größeren Hauses. Bereits Ende 2006 wurde in Kochchikade das Sunrise Children’s Home für Mädchen errichtet.

Bürokratische Hemmnisse

Doch Bogner machte auch kein Hehl daraus, dass viele bürokratische und rechtliche Vorschriften geklärt waren, die gesellschaftlichen und kulturellen Vorstellungen zwischen Europäer und Asiaten oft andere waren und vor allem Sprachbarrieren zu überwinden sind. Sein Dank galt besonders Anusha Lux, „der Mittlerin und Brückenbauerin zwischen Sri Lanka, Deutschland und dem Biet“ – aber auch zahlreichen Paten, Schulpaten, Sponsoren und Vereinsmitgliedern.

„Mittlerweile ist der Verein groß geworden und versorgt 80 Kinder“, betonte der Vorsitzende. Bei der Feier waren die Hilfsbereitschaft, das Engagement, aber auch die Verbundenheit zu Sri Lanka deutlich spürbar. Symbolisch wurde ein Hahn aufgestellt und Kerzen wie in Sri Lanka entzündet, mit dabei auch Bürgermeister Oliver Korz und der evangelische Pfarrer Julian Albrecht. Mit Spannung fieberte man der Liveschaltung via Internet ins Kinderheim entgegen, der die Technik anfangs ein Schnippchen schlug, streifte durch die Ausstellung, lauschte Vorträgen, deckte sich mit Tees und vielem mehr aus Sri Lanka ein oder genoss das Buffet mit Köstlichkeiten, die von dort stammen. Für Unterhaltung sorgte die Band Blue Note des Pforzheimer Hebel-Gymnasiums unter der Leitung von Libor Sima.

„Es sind Strukturen entstanden, die getragen haben. Und jeder Cent ist nach Sri Lanka gelangt“, sagte Bogner und verwies auf mittlerweile über 400 000 Euro. Geld, das beispielsweise durch viele Aktionen des Vereins, aber auch über Spenden und Sponsoren zusammenkam. Und dem Verein gehe die Arbeit auch weiterhin nicht aus: Ein neuer Schlafsaal wurde vor einigen Jahren angebaut, verschiedene Hilfsaktionen organisiert, Container gepackt.

Der Erwerb des Nachbargrundstücks neben dem Kinderheim schuf die Voraussetzung für die Realisierung des letzten Bausteins des Gesamtkonzepts. Dort entsteht eine Wohngemeinschaft, in der Mädchen, die in die Berufsausbildung gehen oder ein Studium machen, in eigener Verantwortung, jedoch im Schutz des Heimes leben können. „Mit dem Neubau wird die Lücke zwischen Kindheit, Beruf und Erwachsensein geschlossen. Kein anderes Kinderheim auf Sri Lanka kann dieses besondere Konzept vorweisen“, so Walter Bogner.