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Rindenkontrolle auf der Suche nach Borkenkäfern im Steiner Forst an der Kohlplattenlinie.
Rindenkontrolle auf der Suche nach Borkenkäfern im Steiner Forst an der Kohlplattenlinie.
Königsbach-Steins Revierleiter Simon Mades auf einem Sammelplatz für Bruchholz, das bevorzugt von Borkenkäfern befallen wird. Die Förster sind den Plagegeistern akribisch auf der Spur. Fotos: Marx
Königsbach-Steins Revierleiter Simon Mades auf einem Sammelplatz für Bruchholz, das bevorzugt von Borkenkäfern befallen wird. Die Förster sind den Plagegeistern akribisch auf der Spur. Fotos: Marx
07.06.2017

Alarmstufe Rot wegen Borkenkäfern im Enzkreis

Die Fangzahlen in den Käfer-Überwachungsfallen sind rasant gestiegen und die Experten der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt aus Freiburg stellen eine verstärkte Aktivität der gefährlichen Rindenbrüter fest.

Die Alarmmeldung kommt von Baden-Württembergs Forstminister Peter Hauk (PZ berichtete). Der Minister zu den Gründen der Borkenkäfergefahr: Trockene Witterung und die derzeit erhöhten Temperaturen würden einerseits die Abwehrkraft der Bäume schwächen, andererseits die Entwicklung der Käfer begünstigen. Auch private Waldbesitzer, so die Aufforderung von Hauk, sollten ab sofort in Fichtenbeständen regelmäßige Kontrollen vornehmen, um sich über das Ausmaß der Gefahr im Klaren zu sein. Entscheidend, so der Minister, sei der Witterungsverlauf in den kommenden Wochen. Werde es heiß und trocken, sei von einer erheblichen Gefährdung auszugehen.

Auch in der Region weiß man um die brenzlige Lage. Auf Anfrage der „Pforzheimer Zeitung“ erläuterte der stellvertretende Forstamtsleiter des Enzkreises, Andreas Roth, dass man im ständigen Kontakt mit den Revierleitern stehe, um sich ein Gesamtbild zu verschaffen. Fichtenreich seien naturgemäß die Lagen im Nordschwarzwald etwa im Revier Dobel-Eschbach von Bernhard Brenneis. In der Tat seien dort verstärkt Borkenkäfer in den Fallen anzutreffen. Nach den vergleichsweise warmen Wochen im März und in der zweiten Aprilhälfte habe der Borkenkäfer eine erste Schwärmphase vollzogen, die durch die kälteren Wochen Ende April und Anfang Mai unterbrochen worden sei. Seit Mitte Mai sei der Käfer dann in einen starken, zweiten Schwärmflug übergegangen. Mittlerweile habe sich der Käfer eingebohrt.

Auch wenn es sehr aufwendig sei, komme es jetzt darauf an, sich vor Ort ein exaktes Bild zu verschaffen. Die Förster würden etwa nach rotgefärbten Kronen befallener Fichten schauen, aber ebenso den Boden am Stamm auf Bohrmehl hin kontrollieren. Schon vor geraumer Zeit hatten die Förster präventiv Bodenholz in Form von Sturm- und Schneebrüchen sowie abknickendes Material auf gesonderten Plätzen gesammelt, um die Futterstellen des Borkenkäfers von den gesunden Bäumen zu separieren. Dort kommen dann beispielsweise Entrindungsmaschinen zum Einsatz, die den eingebohrten Borkenkäfern den Garaus machen. Einen solchen Sammelplatz ließ sich die PZ erst kürzlich im Rahmen der Forstserie auf Steiner Gemarkung von Revierleiter Simon Mades zeigen. Mehr lesen Sie am Donnerstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.