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Hiergeblieben: Trotz seiner trickreichen Arztverkleidung gab es für den Kelterner Bürgermeister Steffen Bochinger (Mitte) beim Rathaussturm von Zottelbock-Hexen und Honigschleckern kein Entkommen. © Zachmann
05.02.2016

Alle Macht den Narren - Rathausstürme in der Region

Erst kommt die Schule, dann die Macht im Rathaus. So ist traditionell die Aufgabenverteilung, wenn am schmotzigen Donnerstag die Narren im Enzkreis zum Sturm blasen, damit klar ist, wer bis Aschermittwoch in der Region das Kommando hat.

Bildergalerie: Narrenstürme in der Region

Zum Hexen-Sturm auf die Kirchbergschule in Ersingen waren besonders viele Mitwirkende und Zuschauer gekommen. Die Hexen sind im Verbund mit den Kindern bisher immer als Sieger aus dem Schulsturm hervorgegangen. Würde die neue Rektorin Liane Höß-Kartal das mit ihrem Lehrerteam und der in der Fasnetsverteidigung erfahrenen Schulsekretärin Katrin Hänsel ändern können? Nein, die Hexen haben erneut gesiegt und die Kinder haben nun bis Aschermittwoch schulfrei. Aber Rektorin Höß-Kartal hat sich ehrenhaft geschlagen. Im prächtigen Hexenmeisterkostüm stellte sie sich den Angreifern. Trotzdem musste sie die Schulschlüssel an das Kinderprinzenpaar Luis und Sarina übergeben. msch

Nachdem die „Ittersbacher Hexen“, „Jaköblen“ und „Stöckmädlen“ absolute Ebbe in der Gemeindekasse registrierten, musste Karlsbads Bürgermeister Jens Timm, zusammen mit Ittersbachs Ortsvorsteherin Heike Christmann, erstmals in den Narrenkäfig. Vorgänger Rudi Knodel hatte sich regelmäßig durch rechtzeitige Flucht dem fastnachtlichen Ritual entzogen. In der Gemeindekasse blieben gerade noch drei Hände voll Schokoladentaler für die Kinder übrig. Die beiden Inhaftierten sollen bis Aschermittwoch im Narrengefängnis für „Gemeindesünden“ büßen, so Zunftmeisterin Sylvia Martin. Mit Hexentanz ums große Feuer wurde unter den Klängen der „Guggugs-Gugga“ lange gefeiert. i.e.

„Die Macht habt ihr mir heut genommen, dem konnte ich ja kaum entkommen. Das Rathaus ist nun bis Aschermittwoch in Hexenhand, bitte steckt mir nichts in Brand“, bettelte Schömbergs Bürgermeister Matthias Leyn. Zuvor hatten die Eulenlochhexen dem Rathauschef die Krawatte abgeschnitten und ihn in Fesseln gelegt. Vor der versammelten Narrenschar und einigen Neugierigen zog Zunftmeister Helmut Lülf im Foyer die Kommunalpolitik durch den Kakao. Weichgekocht von so viel Spott und Narrenwahrheit, gab der Bürgermeister schließlich doch den Schlüssel heraus und kam frei. Zum Dank lud er die Hexen und Gäste wie die Dillweißensteiner Kräheneck-Hexen zu Schmalzgebäck und Sekt ein. wey

Bildergalerie: Rathaussturm Neuhausen

Das historische Weiler Rathaus war am Donnerstagabend wohl doch kein so sicherer Rückzugsort für den Kelterner Bürgermeister Steffen Bochinger und seine beiden OP-Assistenten Kämmerer Frank Kern und Hauptamtsleiterin Karla Arp. „Leider ist es uns zu dumm, die schmeißen nur mit Geld herum“, spottete die Sitzungsratspräsidentin der „Honigschlecker“, Sandra Becker. Der Schultes drehte wortgewandt den Spieß herum und rief hinunter: „Jetzt habt ihr das Geld verprasst und denkt euch die Idee ist klasse, jetzt geht es an die Gemeindekasse.“ Das ließen sich die Zottelbockhexen kein zweites Mal sagen und stürmten mit lautem Gebrüll ins Rathaus. zac

Bildergalerie: Rathaussturm in Gräfenhausen

Wenn der Remchinger Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon geglaubt hatte, außerhalb des Rathauses könnte er dem Urteil des Remchinger Narrentribunals entgehen, dann hatte er sich gewaltig getäuscht: Mit stilechter Gerichtsatmosphäre in der Kulturhalle unter Vorsitz der Vertreter von Spaßvögeln, Töpfleshexen, Pfinztrollen und Keltereckesel riefen Ihre Resolutheit Justine I. (Leonhardt) und Seine Fröhlichkeit Philipp I. (Transfeld) mit dem Kinderprinzenpaar Tom I. (Kunzmann) und Mara I. (Schmidt) als Nebenkläger den Schultes auf die Anklagebank. Die Forderungen: Neben einem Drive-In am Gymnasium sei ein Jachthafen fürs Hochwasserrückhaltebecken nicht verkehrt. Auch ohne Anwalt konterte Prayon wohlgereimt: „Ein Rathaus muss jetzt her, denn die Narren werden immer mehr!“ zac

Unter dem Motto „Stimmung, Spaß und koin Krawall, mir feiern friedlich Karneval“ machten sich die Klemmer mit Fackeln bewaffnet, auf den Weg vom „Bären“ zur Rathaus-Eroberung in Gräfenhausen. Angeführt von Präsident Harald „Olli“ Pfisterer und ihrer Lieblichkeit Monique I. forderte das Narrenvolk, unterstützt von den Kieselbronner Gugge-Gaiße, nicht nur Umzüge ohne Pfefferspray, sondern auch ganz traditionell: „Schultes rück den Schlüssel raus!“ Bürgermeister Martin Steiner hielt gewitzt dagegen. Doch blieb er chancenlos: Nach der Eroberung des Rathausschlüssels und der bürgermeisterlichen Krawatte hissten „Klemmer-Prinzi“ und Präsident vor dem Rathaus erstmals die Klemmerfahne. jk

Das Rathaus und der Marktplatz von Neuhausen sind fest in Narrenhand. Dort haben bis zum Aschermittwoch der Fastnachtsverein Hau-Hu und der Narrenbund Schellau das Sagen. „Stets Heften, Lochen und Aktenablagen, sind dem Beamten seine drei biblischen Plagen“, sprach Bürgermeister Oliver Korz mit Narrenkappe. „Bevor ihr nun fordert den Rathausschlüssel, das gute Stücke, so frag‘ ich euch hier und jetzt mit List und Tücke. Gleich seht ihr das Ergebnis meiner harten Arbeit für das ganze Jahr, hab‘ alles gelocht, was auf dem Schreibtisch zu lochen war. Sind’s Konfetti 10 000, 100 000 oder gar‘ ne Million, wenn die Zahl richtig ist, ihr stürzt mich dann vom Thron“, so die Vorahnung des Schultes. fux