nach oben
Leider geil: An die Stimmung bei Deichkind kam beim Happiness diesmal keine andere Band ran. Fotos: Sommer/Bernhagen
Schmutzki macht’s vor: „Alle hinsetzen…“
Straubenhardts Bürgermeister Helge Viehweg auf dem Weg auf die Bühne.
Einfach mal stehen lassen: 500 Zelte blieben übrig, nachdem alle weg waren.
Von der Hantelbank auf die Bühne: Kontra-K-Frontmann Maximilian Diehn.
14.07.2015

Alle zufrieden: „Das beste Happiness, das wir je hatten“

Positive Bilanz bei Happiness-Machern, Fans und Bands. Nach zwei Tagen Open-Air-Party wird in Straubenhardt-Schwann aufgeräumt.

Bildergalerie: Happiness Festival 2015 // Samstag // 11.07.2015

Da staunte Happiness-Macher Benjamin Stieler nicht schlecht: Die Besucher waren alle weg und auf dem Campingplatz standen immer noch 500 Zelte. Viele davon allerdings reif für den Container. „Das Campingzeug ist inzwischen so billig, dass es die Leute erst gar nicht mehr abbauen“, sagt Stieler: „Wir leben in so einer Wegwerfgesellschaft, das ist echt traurig.“ Das übrige Müllaufkommen sei im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen – und das, obwohl diesmal pro Tag 8000 statt 6500 Besuchern auf dem Gelände waren und 4000 statt 3000 gecampt haben.

Bildergalerie: Happiness Festival 2015 // Freitag // 10.07.2015

Zwei Wochen Aufbau, zwei Tage Party, eine Woche Abbau. „Bis Freitag soll alles wieder weg sein“, sagt Stieler. Rund 250 Helfer seien beim Open Air im Einsatz gewesen. Organisatorisch sei alles im grünen Bereich gewesen. Lediglich bei der Anfahrt am Freitagmittag habe es Staus mit bis zu einer Stunde Wartezeit gegeben. „Das haben die Leute aber gelassen genommen“, so Stieler. Sein Fazit: „Für mich war’s das beste Happiness, das wir je hatten.“

Bildergalerie: Sonniger Samstag mit super Stimmung beim Happiness Festival // Teil 1

Im Einsatz waren auch insgesamt 128 Helfer aus verschiedenen DRK-Ortsverbänden aus dem Enzkreis, von Promedia und von den Maltesern. Außer einem Besucher mit Alkoholvergiftung sei aber kaum Schwerwiegendes zu versorgen gewesen, so Michael Stein, Einsatzleiter vom Roten Kreuz Neuenbürg. Die 20 Mann der Feuerwehr Straubenhardt blieben ohne großen Einsatz. Für die technische Unterstützung beim Funk der Einsatzkräfte sorgte das THW Neuenbürg mit acht Leuten.

Bildergalerie: Sonniger Samstag mit super Stimmung beim Happiness Festival // Teil 2

Gerade weil die Zusammenarbeit von Gemeinde und Veranstalter „absolut reibungslos“ gelaufen sei, konnte auch Straubenhardts Bürgermeister Helge Viehweg das Festival genießen. Am Freitag kündigte er auf der Bühne mit ein paar Liedzeilen Jennifer Rostock an, am Samstag genoss er den Auftritt von Deichkind: „Auf die habe ich mich sehr gefreut.“

Bildergalerie: Tolle Stimmung beim Happiness-Festival // Teil 1 // 10.07.2015

Zufrieden waren nicht nur die Fans, sondern auch die Bands. Adam Angst lobte: „Das ist ein total schönes Gelände hier. Alles ganz familiär und klein, trotz der großen Namen.“ Die Orsons bedankten sich beim Publikum: „Happiness, ihr seid ein Geiles!“ Kurze Aufregung gab es, weil Errdeka am Freitag erst fünf Minuten vor ihrem Auftritt eintrudelten. Im Backstagebereich sprangen viele der Künstler zur Abkühlung in den kleinen Pool. Kontra-K-Rapper Maximilian Diehn schwitzte dagegen lieber auf der Hantelbank. Den inoffiziellen Sticker-Wettbewerb beim Happiness haben auf jeden Fall Schmutzki gewonnen.

Bildergalerie: Tolle Stimmung beim Happiness-Festival // Teil 2 // 10.07.2015

Die roten Kleber mit dem weißen Schriftzug der Stuttgarter Punkband pappten auf fast jedem T-Shirt oder Hintern. Außerdem hat die Band mit einem kleinen Campingplatz-Gig die Besucher so neugierig gemacht, dass zu ihrem Auftritt am frühen Samstagnachmittag schon ordentlich Fans vor der Hauptbühne gepogt haben.

Bildergalerie: Happiness Warm-Up // Sägewerk // 12.06.2015

„So: Jetzt alle mal hinsetzen! Ja, du auch! Und jetzt: Alle springen! Alle!“ Kaum eine Band, die diese Übung in diesem Jahr nicht praktizierte, um das Publikum in Bewegung zu versetzen. Auch sehr beliebt: „Teilt euch mal in der Mitte! Und jetzt: Aufeinanderzurennen!“ K.I.Z. wurden denn auch gleich ziemlich deutlich, als nicht alle bei der „Wall of Death“ mitmachen wollten: „Ich seid scheiße da in der Mitte!“ Ihre Aufforderung: „Werdet zu einer Masse!“ Und – erstaunlich genug – die Menge brüllte wie gefordert im Chor zurück: „Wir sind keine Individuen! Wir sind keine Individuen! “

Und wie heißen die Leute, die auf keinen Fall zum Happiness wollen, aber trotzdem dauernd am PZ-Live-Ticker hängen? Eltern! Zu entdecken hatten die auf den Fotos allerdings wenig – höchstens ihre friedlich feiernden Sprösslinge. „Wir sind sehr zufrieden“, zog Polizei-Einsatzleiter Günther Haas vom Revier in Neuenbürg Bilanz. Drogen, Diebstähle, Sachbeschädigungen – „alles im festivalüblichen Rahmen.“ In der Spitze waren 39 Beamte vor Ort. „Wir waren bewusst präsenter in diesem Jahr“, sagt Haas. Die Kollegen seien von vielen als Ansprechpartner und Helfer wahrgenommen worden. Na ja, von den Mädels, die am Freitag Bengalos gezündet haben, anschließend abgeführt und mit einem Hausverbot für das Festival belegt wurden, vielleicht nicht. „Da gab’s viele Tränen“, räumt Haas schmunzelnd ein.

Den kompletten Live-Ticker von den zwei Festival-Tagen, Bildergalerien und ein Video gibt es unter www.pz-news.de/happiness