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Der ehemalige Mühlacker Oberbürgermeister Gerhard Knapp (rechts) stößt mit dem Mühlhäuser Bürgermeister a.D. Heinz Krauß an. Stadtarchiv Mühlacker 

Als der Oberbürgermeister noch Viertele servierte - Mühlacker pflegte lange Zeit Ausschank-Brauch

Mühlacker. Womöglich gibt es gewisse Momente – gerade auch während der Corona-Krise – in denen selbst ein Bürgermeister am liebsten zur Flasche greifen würde. Speziell in Mühlacker gehörte das über viele Jahre sogar zur vornehmen Pflicht für den Oberbürgermeister. Denn im alten und später auch noch im neugebauten Rathaus am Kelterplatz wurde bis in die 1990er-Jahre ein besonderer Brauch gepflegt: Alle paar Jahre lud dort der OB die Honoratioren der Stadt, aber auch die „einfachen“ Bürger in die „Kronenwirtschaft“ ein und bediente dazu noch selber die Gäste. Grund dafür war der einstige Umzug des „Schultheißes“ vom Ortsteil Dürrmenz nach Mühlacker ins Gasthaus zur „Krone“, das zum Rathaus und neuen Amtssitz wurde. Um die alte Gastwirtschafts-Konzession, sprich das „Schankrecht“ nicht verfallen zu lassen, führte man anno 1922 den Bewirtungsbrauch im Rathaus ein und funktionierte fortan immer wieder für kurze Momente den alten Sitzungssaal, später das Rathaus-Foyer oder auch Amtsstuben, wenn der Platz nicht ausreichte, zum Wirtssaal um. Das Gesetz wurde im Jahr 1954 gestrichen, doch der Brauch in der Senderstadt blieb.

Viertele zum Selbstkostenpreis

Einer, der davon schon in den 1980er-Jahren als Journalist berichtete, war der heutige CDU-Fraktionschef im Mühlacker Gemeinderat, Günter Bächle. Damals schrieb Bächle unter anderem: „Der OB schenkt aus, die Besucher müssen aber für jedes Viertele Wein berappen, zum

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