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Aufgewertet zur Fahrradstraße – wie auf diesem Symbolbild – wird die alte Bundesstraße im Mühlacker Stadtteil Enzberg. Symbol foto: ARochau - stock.adobe.com 

Alte B10 in Enzberg wird zur Fahrradstraße

Mühlacker. Radfahrer und Radfahrerinnen aus Mühlacker und der Umgebung können sich freuen: die Stadt profitiert von den an diesem Dienstag vorgestellten Förderungen im Rahmen des Sonderprogramms „Stadt und Land“ für eine bessere Radverkehrsinfrastruktur.

Landtagsabgeordnete Stefanie Seemann sagt: „Das ist eine gute Nachricht! Die Umwandlung der alten B 10 in Enzberg in eine Fahrradstraße kann umgesetzt werden.“ Zu Erinnerung: Der Mühlacker Ausschuss für Umwelt und Technik hatte sich Mitte November für den Ausbau der alten B 10 ausgesprochen, diesen aufgrund der Kosten aber an die Zusage eines Förderprogramms geknüpft (die PZ berichtete). Jetzt kann also Vollzug gemeldet werden.

Für den Umbau sind Investitionskosten in Höhe von rund 320 000 Euro vorgesehen, davon übernimmt das Land genau 80 Prozent, also 256 000 Euro. Wie berichtet soll der kombinierte Geh- und Radweg neu asphaltiert werden und eine Beleuchtung erhalten. Trotz der Bezeichnung Fahrradstraße dürfen auch Fußgänger den Weg weiterhin benutzen.

Für Fahrradpendler, Schüler und Freizeitradler sei das ein echter Gewinn, sagt Seemann. In der Innenstadt von Mühlacker würden im Rahmen des Radentwicklungsplans von 2017 insgesamt 108 Stellplätze mit Fahrradbügeln samt zwei Ladestationen für sechs Pedelecs eingerichtet, berichtet die Landtagsabgeordnete. Der Bau dieser Anlagen ist mit 27 000 Euro veranschlagt. Auch hierzu gibt das Land 80 Prozent, was 21 600 Euro entspricht.

Rad attraktiver machen

„Mit dem Anschluss an das RadNETZBW und der Erweiterung des Stellplatzangebots verbessert sich die Situation für Radfahrer und Radfahrerinnen im Raum Mühlacker deutlich“, betont Seemann. „Wir wollen das Rad auch für den Alltag attraktiver machen. Dafür brauchen wir ein möglichst lückenloses Netz gut ausgebauter Wege. Mittelfristig wollen wir erreichen, dass 20 Prozent aller Wege in Baden-Württemberg auf dem Fahrrad zurückgelegt werden.“

Das Land hat 2016 eine umfassende Radstrategie sowie die Pläne für ein Alltagsradnetz Baden-Württemberg beschlossen. „Nahezu alle Bürgerinnen und Bürger besitzen und nutzen ein Fahrrad. Mit den Förderungen aus dem Sonderprogramm räumen wir der dafür notwendigen Infrastruktur einen hohen Stellenwert ein“, erklärt Seemann.

Insgesamt profitieren 113 Radwege in Baden-Württemberg von den Fördersätzen. Im Rahmen des Klimaschutz-Sofortprogramms 2022 erhält das Land etwa 32 Millionen Euro im Sonderprogramm „Stadt und Land“ für 2022.

Christoph Stäbler

Christoph Stäbler

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