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Der Birkenfelder Sprachwissenschaftler Helmut Vester (86) ist noch mit dem schwäbischen Dialekt aufgewachsen. Wenn er kritisiert, „pröffelt“ er. Ein 17-Jähriger wie Leandro Cerqueira Karst, Stimmenkönig im neuen Birkenfelder Jugendgemeinderat, versteht das nicht. Begriffe seiner Jugendsprache stellen dafür Vester vor Rätsel. Die PZ hat den Mundart-Test gemacht. Fotos: Seibel
Der Birkenfelder Sprachwissenschaftler Helmut Vester (86) ist noch mit dem schwäbischen Dialekt aufgewachsen. Wenn er kritisiert, „pröffelt“ er. Ein 17-Jähriger wie Leandro Cerqueira Karst, Stimmenkönig im neuen Birkenfelder Jugendgemeinderat, versteht das nicht. Begriffe seiner Jugendsprache stellen dafür Vester vor Rätsel. Die PZ hat den Mundart-Test gemacht. Fotos: Seibel
23.12.2016

Alte Sprache, neue Sprache: Stirbt der Dialekt aus?

Beide sind in der Gemeinde Birkenfeld aufgewachsen und leben dort. Wenn der eine im PZ-Experiment jedoch vom „Pelzmärtel“ und „fuggere“ spricht und der andere von einer „Bambusleitung“ und Dinge als „stier“ bezeichnet, können sich die beiden nicht verstehen. Es ist, als ob Sprachwissenschaftler Helmut Vester (86) und Leandro Cerqueira Karst (17), Stimmenkönig im neuen Birkenfelder Jugendgemeinderat, verschiedene Sprachen sprechen.

Der alte Birkenfelder Ortsdialekt und Jugendwörter von heute haben nichts miteinander gemein. Unsere Sprache verändert sich im Laufe der Zeit. Das ist für den Tübinger Sprachwissenschaftler Hubert Klausmann kein neues Phänomen – und daher nicht das Ende der Mundart.

„Viele haben durch die starke Veränderung des Wortschatzes den Eindruck, dass immer weniger Dialekt gesprochen wird“, so Klausmann, Leiter der Tübinger Arbeitsstelle Sprache in Südwestdeutschland. Mundart hänge jedoch an den Lautungen und diese würden in vielen Regionen im Südwesten nach wie vor weitertransportiert. „Zwar verändern sich auch diese immer wieder, aber das war früher nicht anders“, meint Klausmann, der mit seinen Mitarbeitern auch Feldforschungen in Pforzheim und dem Enzkreis betrieben hat. Mehr lesen Sie am Samstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.