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Caritasdirektor Frank Johannes Lemke (von links), Leiter des Betreuungsvereins Thomas Vogel und sein Mitarbeiter und Jurist Christoph Schubert sind dankbar für den ehrenamtlichen Einsatz von Ilka Pross und Meike Hengst, die in ihrer Freizeit wichtigen Papierkram für ältere und eingeschränkte Personen erledigen.  Foto: Moritz 

Anfragen nehmen stetig zu: Caritas sucht rechtliche Betreuer für schwer erkrankte Menschen

Enzkreis/Pforzheim. „Diese Arbeit lohnt sich, sie ist ein Gewinn für einen selbst“, sagt Ilka Pross, eine von insgesamt 86 Ehrenamtlichen aus Pforzheim und dem Enzkreis, die sich im Betreuungsverein der Caritas engagieren. Ihre Aufgabe: Menschen, die nicht mehr für sich selbst entscheiden können, bei rechtlichen und behördlichen Angelegenheiten zu unterstützen. Ehrenamtliche wie sie werden bei dem Verein immer mehr gebraucht, denn die Anfragen nach Hilfestellungen nehmen stetig zu.

Es sind Fälle wie dieser: Eine ältere demente Frau lebt im Pflegeheim. Sie hat keine Verwandten, die sich um sie kümmern, rechtlich braucht sie eine Betreuerin, die für sie die Entscheidungen trifft, weil sie dazu aufgrund ihrer Erkrankung nicht mehr in der Lage ist. Keine leichte Aufgabe für Meike Hengst, die den Fall als ehrenamtliche Kraft übernimmt.

„Man muss immer nach dem Willen der erkrankten Person entscheiden“,

sagt Meike Hengst,

„aber in dem Fall war kaum Kontakt möglich, der eigene Wille geht also gegen Null.“

Schwierig wird es dann, wenn keine Patientenverfügung vorhanden ist – und Hengst in Absprache mit dem Gericht, Hausärzten und Pflegeheimleitung entscheiden muss, ob lebenserhaltene Maßnahmen von der Patientin gewünscht sind oder nicht. „Mit der Aufgabe geht eine große Verantwortung einher“, sagt Caritasdirektor Frank Johannes Lemke, der seinen ehrenamtlichen Unterstützerinnen sehr dankbar ist, dass sie diese wichtige Aufgabe übernehmen. Deshalb möchte er zusammen mit dem Leiter des Betreuungsvereins, Thomas Vogel, neue Menschen für diese Aufgabe gewinnen. „Dazu muss man sich auf Menschen einlassen können und kommunikativ sein“, sagt Vogel.

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Pforzheim

Freude über Warmes in diesen kalten Zeiten

In vom Verein veranstalteten Schulungen wird das nötige rechtliche Wissen vermittelt – Interessierte müssen selbst also kein spezielles Fachwissen mitbringen.

Für die Caritas stehe dabei immer der Mensch im Vordergrund. Es soll kein reines „Abarbeiten“ von Akten sein, wie Lemke betont, sondern der zwischenmenschliche Kontakt zu den Hilfsbedürftigen gehöre dazu.

Dankbarkeit für ihre Arbeit

So berichten Pross und Hengst von der großen Freude und Dankbarkeit, die sie für ihre Arbeit zurückbekommen.

„Ich sehe mich wie eine fürsorgende Freundin“, sagt Ilka Pross.

Für die Ehrenamtlichen stehen Vogel und sein Mitarbeiter Christoph Schubert, der sich als Jurist bei rechtlichen Belangen auskennt, als Ansprechpartner zur Verfügung. So betreuen die beiden mit ihren 86 Ehrenamtlichen insgesamt 140 Menschen in Pforzheim und 60 Menschen im Enzkreis – dort mit dem Schwerpunkt in Mühlacker.

Eine neue Schulung zum rechtlichen Betreuer veranstaltet die Caritas Ende Januar. Interessierte, die diese Aufgabe übernehmen möchten, melden sich bei Thomas Vogel unter (07231) 128705 oder thomas.vogel@caritas-pforzheim.de

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Pforzheim

Gilt die Patientenverfügung auch bei einer Erkrankung mit dem Coronavirus?

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Constantin Hegel

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