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Scharf auf hochwertige Fahrzeuge war eine Bande, deren Kopf von Pforzheim aus operierte. Symbolbild: dpa, Archiv
Scharf auf hochwertige Fahrzeuge war eine Bande, deren Kopf von Pforzheim aus operierte. Symbolbild: dpa, Archiv
15.01.2016

Angeklagte aus Region: Autoknacker führten sogar Reklamationen aus

Am zweiten Prozesstag gegen eine Autoknackerbande, die sich auf Mercedes- und BMW-Modelle spezialisiert hatte, zeigten sich drei Angeklagte geständig und räumten ihre Tatbeteiligung vollumfänglich ein.

Es handelte sich um den Hauptangeklagten aus Pforzheim sowie je einen Täter aus Ostfildern und Birkenfeld. Bei Prozesseröffnung am Montag waren von der Staatsanwaltschaft 25 Tatkomplexe verlesen worden. Bei zahllosen Fahrzeugaufbrüchen und Diebestouren auf Firmenarealen zwischen Mühlacker und Villingen-Schwenningen war ein Schaden von bis zu 200 000 Euro entstanden. Neben vier Bandenmitgliedern muss sich auch ein Verdächtiger aus Ludwigshafen wegen bandenmäßiger Hehlerei vor der Auswärtigen Großen Strafkammer des Landgerichts Karlsruhe in Pforzheim verantworten. Die Bande war von Dezember 2014 bis Juli 2015 aktiv (PZ berichtete).

Bei der Fortsetzung der Verhandlung am Freitag zogen sich das Gericht unter Vorsitz von Andreas Heidrich, Staatsanwältin Antje Hilka und die fünf Verteidiger zunächst zurück, um Möglichkeiten einer verfahrensverkürzenden Absprache des auf zwölf Sitzungstage angesetzten Prozesses zu eruieren. Durch die Einlassungen von drei der fünf Beklagten scheint dies nun zumindest in Teilen möglich zu sein. Durch die Ausführungen konnten unter anderem die Taten bei Autohäusern in Mühlacker und Enzberg weiter aufgeklärt werden. Kurios: Eine Firma an der Vetterstraße in Mühlacker erhielt nur deswegen erneuten Nachtbesuch, weil ein Bandenmitglied beim Hauptangeklagten eine „Bestellreklamation“ aufgab. Also begab sich der Hauptangeklagte aufgrund dieser „Nachbestellung“ (Zitat Richter Heidrich) nochmals auf Achse und ließ ein Bandenmitglied am Mühlacker Bahnhof warten, um von dort aus zu Fuß einen BMW an der Vetterstraße aufzubrechen.

Der Prozess wird fortgesetzt am Montag, 18. Januar, um 9 Uhr im Landgericht in Pforzheim.