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Symbolfoto: dpa
Symbolfoto: dpa
09.02.2018

Angeklagter berichtet: Nach geplatztem Fußballtraum auf schiefe Bahn geraten

Pforzheim. Vermutlich fällt am Rosenmontag ein Urteil vor der großen Auswärtigen Strafkammer des Landgerichts Karlsruhe in Pforzheim. Vor Gericht steht ein 33-jähriger Angeklagter, der in Bangkok geboren ist und derzeit wegen schweren Raubes mit versuchter, schwerer räuberischer Erpressung auf der Anklagebank sitzt.

Der Mann soll im August 2016 auf einem Feldweg Richtung Dürrn einen Radfahrer auf dem Weg zur Nachtschicht überfallen und beraubt haben. An den ersten beiden Verhandlungstagen hüllte sich der Tatverdächtige in Schweigen, am dritten sprach er über seinen Drogenkonsum und warum er auf die schiefe Bahn geraten war. „Ich wollte Fußball-Profi werden.“ Er habe zwei Jahre bei einer Profimannschaft in der Jugend gekickt, so der Angeklagte. Dann hätte ein Unfall seinen Traum zunichtegemacht.

Der Angeklagte brach mehrere Ausbildungen ab. Zu jener Zeit sei seine Familie nach Thailand zurückgegangen und er sei Vater geworden. „Es war alles ein bisschen viel“, so der Mann, der verschuldet ist. Der Angeklagte verwies auf unterschiedlichen Drogenkonsum, den er über den Verkauf finanzierte. Zur möglichen Tat sagte er nichts. Doch eine DNA-Spur auf der Innenseite eines Handschuhs, der am Tatort gefunden wurde, weist auf den Angeklagten hin. Die Verhandlung wird am Rosenmontag um 13 Uhr fortgesetzt.