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Symbolbild: dpa 

Angriff im Vollrausch: Zwei Kumpels mit dem Messer im Bauchbereich verletzt

Pforzheim. „Nüchtern sieht anders aus“, so die Beschreibung eines geladenen Zeugen, der zum Zustand des Angeklagten in der Tatnacht befragt wurde. Der am Montag verurteilte, 35-jährige Peter B. (Name von der Redaktion geändert) hatte sich an Silvester im vergangenen Jahr mit Freunden am Bahnhof in Mühlacker getroffen und wollte das neue Jahr begrüßen. Bei sich trug der 35-Jährige, der Alkohol in erheblicher Menge konsumiert hatte, eine Schreckschusspistole und ein Klappmesser. Letzteres sei angeblich versehentlich zum Einsatz gekommen, als Peter B. zwei seiner Freunde beiseiteschieben wollte.

Die beiden Geschädigten hätten versucht, ihn dazu zu bewegen, sich auf den Heimweg zu machen. Als er die beiden zur Seite schob, tat er dies mit dem geöffneten Klappmesser in der Hand. Dabei verletzte er sie leicht im Bauchbereich, so die Schilderung von Richterin Jennifer Resch. Die beiden Opfer waren ebenfalls als Zeugen geladen, blieben der Verhandlung jedoch fern. Eine sachverständige Rechtspsychologin attestierte Peter B. eine geminderte Intelligenz attestiert, der 35-Jährige verfüge über einen IQ von 60 Punkten. Dies habe insofern Einfluss auf die Tat gehabt, als dass er generell ein gesteigertes Suchtverhalten mit Bezug auf Alkohol zeige. So haben Alkohol- und Bluttest einen Blutalkoholwert von etwa 2,45 Promille ergeben, weitere Drogen habe Peter B. nicht konsumiert.

Generell zeige sich der Angeklagte, der sich bis seit seiner Festnahme in einer psychologischen Einrichtung befand, einsichtig, sei höflich und freundlich, wie ihn sein derzeitiger Betreuer beschrieb. Das Urteil der Richterin fiel milde aus: 120 Tagessätze zu je 20 Euro, der Tatbestand des fahrlässigen Vollrausches sei erfüllt. Resch begründete dies unter anderem damit, dass Peter B. zum Tatzeitpunkt nicht vorbestraft war. Zudem wird er drei Jahre lang von einem Bewährungshelfer betreut und darf in dieser Zeit keinen Alkohol und andere Drogen konsumieren.