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Der Schwillbach sorgt in Tiefenbronn bei Starkregen für Probleme. Tilo Keller
Der Schwillbach sorgt in Tiefenbronn bei Starkregen für Probleme. Tilo Keller
19.06.2016

Angst vor Hochwasser: Tiefenbronn will aus Schutzgründen den Schwillbach renaturieren

Die Regenereignisse der letzten Wochen haben die Bürger in Tiefenbronn mit Sorge beobachtet, waren sie doch vor drei Jahren ebenfalls betroffen. „Wir haben den Schwillbach stets im Blick“, erklärte Bürgermeister Frank Spottek und führte dafür auch eine Whatsapp-Gruppe an, wodurch der Bach abschnittsweise unter Beobachtung ist. „Drei Jahre sind jetzt schon vergangen und nichts ist passiert“, merkte er außerdem an. Viele Themen müssten im Vorfeld abgearbeitet werden, um zu einer Entscheidung zu kommen. „Man muss immer im Blick haben, dass es ein Eingriff in ein ökologisches Gewässer ist“, betonte er.

Judith Renner vom Büro Aland stellte in der jüngsten Gemeinderatssitzung Maßnahmen zur naturnahen Gewässerentwicklung vor. Ziel sei die Wasserspeicherung in der Fläche. Sie schlug unter anderem die Ausformung eines Gewässerrandstreifens mit Gehölzen auf der einen Seite und Pflanzen wie Röhricht auf der anderen Seite vor, was abschnittsweise durchgeführt werden soll. „Es ist ein langfristiges Ziel“, führte sie an und nannte eine Zeitspanne von 30 Jahren. Dieser Zeitrahmen sorgte unter den Zuhörern für Unruhe. Renner legte außerdem dar, dass bei einem Ortstermin mit Landwirten über die Bewirtschaftung der Randstreifen gesprochen werden soll. Ebenso sollten Ortstermine mit Anliegern und mit dem Bauhof erfolgen.

„Wir sollten langsam etwas tun“, sagte Gemeinderat Jan-Hendrik Siart, der auch der Feuerwehr angehört. „Wenn ich nach Stein gucke, bekomme ich Bauchweh“, bezog er sich auf die Hochwasserereignisse dort. Aus den Reihen der Gemeinderäte kam auch der Vorschlag, mit Friolzheim zu sprechen, von wo das Gewässer kommt. „Das Wasser muss schon von dort, wo es herkommt, aufgehalten werden“, sagte Gemeinderat Wolfgang Liebl (CDU). „Wir können doch nicht nur über 500 Meter sprechen bis der Schwillbach in der Würm landet.“

Das Gremium entschied abschließend, die Planungen für die Renaturierung im Außenbereich und die Maßnahmen zur Verhinderung von Tiefenerosion für knapp 9200 Euro zu vergeben.