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Ein ausgeschlachteter BMW: So ähnlich haben wohl viele Fahrzeuge ausgesehen, aus denen die Navigationsgeräte gestohlen wurden. Foto: PZ-Archiv
Ein ausgeschlachteter BMW: So ähnlich haben wohl viele Fahrzeuge ausgesehen, aus denen die Navigationsgeräte gestohlen wurden. Foto: PZ-Archiv © PZ-Archiv
09.03.2016

Ankläger fordert Haft für Serien-Autoknacker

Seit fast zwei Monaten läuft nun die Verhandlung um eine Bande von Autoknackern, die unter anderem aus der Goldstadt und dem Enzkreis stammen. Nun steht der Fall kurz vor seinem Ende. Der Staatsanwalt und drei der Verteidiger haben gestern vor der Auswärtigen Strafkammer Pforzheim des Landgerichts Karlsruhe ihre Plädoyers gehalten. Die beiden weiteren Verteidiger kommen am voraussichtlich letzten Verhandlungstag, dem 18. März zu Wort. Dann will das Schöffengericht mit Vorsitzendem Andreas Heidrich auch sein Urteil fällen.

Den Angeklagten werden Diebstähle zwischen Dezember 2014 und Juli 2015 vorgeworfen. Sie sollen vorzugsweise Lenkräder mit Airbags und andere Autoteile aus hochwertigen Mercedes- und BMW-Limousinen geklaut haben (die PZ berichtete).

Am Mittwoch, dem achten Prozesstag, stellte Staatsanwalt Mario Nitschmann in seinen Ausführungen dar, dass allen Beschuldigten zugute käme, dass sie sich geständig gezeigt hätten. Das könne sich positiv auf das Strafmaß auswirken. Das sei allerdings auch das Einzige, was man dem Hauptangeklagten anrechnen könne. Denn er sei nicht nur bereits vorbestraft, sondern habe auch den Rest der Bande angestiftet. Aus diesem Grund forderte der Staatsanwalt eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren und drei Monaten. Der Verteidiger des Hauptangeklagten verwies dagegen darauf, dass der finanzielle Schaden bei Einbrüchen in einem Gebrauchsteilzentrum geringer läge, da es sich beim Diebesgut nicht um Neuware gehandelt habe, sondern häufig um Artikel, die für Verschrottung vorgesehen gewesen seien. Daher verlangte er maximal vier Jahre und zehn Monate. Während Nitschmann für den zweiten Angeklagten eine Strafe von zwei Jahren und acht Monaten vorschlug, beharrte dessen Verteidiger auf dem vermeintlichen Aufenthalt seines Mandanten in Kroatien, während einiger Taten und seine frühe Loslösung von der Bande. Auch wegen des geringen Gewinns seien höchstens zwei Jahre auf Bewährung angebracht. Der dritte Angeklagte zeige sich seinem Anwalt nach sehr reuig. Statt vier Jahren und sechs Monaten forderte der Verteidiger drei Jahre und zehn Monate.

Für die anderen beiden Beschuldigten verlangte der Staatsanwalt ein Jahr und drei Monate auf Bewährung beziehungsweise zwei Jahre und zehn Monate auf Bewährung. Die Plädoyers ihrer Verteidiger sowie die Urteilsverkündung folgen dann voraussichtlich am 18. März.