nach oben
Handy als Infozentrale: Programme zeigen, wo der Bus gerade fährt, doch der Austausch unter den Verkehrsanbietern läuft noch nicht richtig.  Foto: PZ-Archiv
Handy als Infozentrale: Programme zeigen, wo der Bus gerade fährt, doch der Austausch unter den Verkehrsanbietern läuft noch nicht richtig. Foto: PZ-Archiv
28.12.2016

Apps für den Nahverkehr: Kein einheitliches Programm für alle Verkehrsmittel

Die CDU-Fraktion im Kreistag erkundigte sich beim Landratsamt, wie es mit Verspätungen beim regionalen Busverkehr aussieht. Noch kann der Kreis Daten aus der Zentrale des Landes nicht komplett auslesen. Kunden mit modernem Mobiltelefon können solche Busfahrten aber abrufen, doch sie müssen gleich drei Programme laden, um im Nahverkehr auf dem Laufenden zu sein.

Qualität und Angebot der Busverbindungen im Enzkreis müssen aus Sicht der CDU-Fraktion im Kreistag verbessert werden. Der Fraktionsvorsitzende Günter Bächle fragte bei Landrat Karl Röckinger nach, wie pünktlich die Linienbusse im Enzkreis sind. Kunden von Bus und Bahn könnten Verlässlichkeit erwarten, so Bächle. Mit dem Handy können sie zumindest nachsehen, ob der Bus oder der Zug später kommt.

Der Verkehrsverbund Pforzheim-Enzkreis (VPE) habe 2009 eine größere Untersuchung ausgewertet, in die 265 Regionalbusfahrten einbezogen waren, schrieb Röckinger an Bächle. Die Busse seien damals zu 89,4 Prozent pünktlich abgefahren und zu 78,5 Prozent pünktlich angekommen.

„Für den Busverkehr sind das hervorragende Werte“, so VPE-Chef Axel Hofsäß auf Anfrage der PZ – „bei den Verkehrsanbietern bin ich damit König.“ Wenn Busse verspätet ankamen, sei das in rund 99 Prozent der Fälle auf Straßenbauarbeiten, zum Beispiel bei Baustellen oder Umleitungen, zurückzuführen, so der Geschäftsführer des regionalen Verbunds. Zudem gebe es bei Problemfällen vom Verkehrsverbund Pforzheim/Enzkreis (VPE) vorgenommene Pünktlichkeitskontrollen, um die Ursachen herauszufinden.

Eigentlich könnte der VPE aus der Datendrehscheibe des Landes Statistiken auslesen, wie pünktlich die Busse fahren. Doch die Technik über den Datenrückfluss arbeite noch nicht rund, sagt Hofsäß. Fahrgäste, die ein modernes Mobiltelefon besitzen, haben es besser – aber sie müssen mehrere Programme ins Handy laden, um auf dem Laufenden zu sein.

Die Anwendung des VPE für den Mobilfunk zeige minutengenau, ob an den Haltestellen in der Region der Bus pünktlich oder später ankommt. Wo sich der Bus gerade befindet, kann der VPE-Kunde laut Hofsäß auf den Karten verfolgen, die mittels Satellitentechnik des Mobiltelefons dargestellt werden. Wo ein Fahrzeug der DB Regiobus Baden-Württemberg gerade fährt, zeigt ein anderes Programm fürs Handy – die App Busradar der Bahn-Tochter. Eine dritte Anwendung, die App Zugradar, bildet den Verkehr auf der Schiene ab. Ein Programm, das alles zeigt, bleibt Zukunftsmusik.

Mehr lesen Sie am Donnerstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.