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Nachdenkliches, aber auch viel durchweg Positives gibt es zu berichten bei der Eröffnung der Ausstellung „Verbundene Landschaft – Lebendige Vielfalt“ im Foyer des Enzkreis-Landratsamts. Es informieren (von links) Thomas Köberle, Gerhard Vögele und Wolfgang Herz.  Foto: Meyer
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Die vom Umweltministerium geförderte Präsentation wird von Fotografien des Pforzheimer Umweltschützers Gerhard Vögele ergänzt. Die Gäste zeigen sich bei der Eröffnung beeindruckt und lassen sich von den Motiven inspirieren.  Foto: Meyer

Artenschutz-Ausstellung gibt zu denken: Bedrohliche Entwicklung - aber auch viele Initiativen

Pforzheim/Enzkreis. Zurecht ist weltweit von einem bedrohlichen Artenschwund die Rede. Doch eine aktuelle Präsentation im Enzkreis-Landratsamt macht auch deutlich, dass es noch viel positives Potenzial gibt.

Geballtes Wissen, wie es um die Natur und die Artenvielfalt im Enzkreis bestellt ist, vermittelten Thomas Köberle vom Landschaftserhaltungsverband (LEV) Enzkreis und der Pforzheimer Vogelexperte Gerhard Vögele. Anlässlich der Eröffnung der Ausstellung „Verbundene Landschaft – Lebendige Vielfalt“ kamen rund 100 Besucher ins Foyer des Landratsamts. Nach der Begrüßung durch den Ersten Landesbeamten Wolfgang Herz wartete so manche Überraschung auf die aufmerksamen Teilnehmer.

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Ausstellung "Verbundene Landschaft - Lebendige Vielfalt" von Gerhard Vögele

Thomas Köberle, der hiesige LEV-Geschäftsführer, zeigte die durchaus noch bestehende Vielfalt der Lebensräume, Pflanzen- und Tierarten im Enzkreis auf. Es gebe zahlreiche, erfolgreiche Projekte im Biotop- und Artenschutz, verdeutlichte der Naturexperte „und die Bemühungen zum Erhalt der vielfältigen und artenreichen Kulturlandschaft seien in den vergangenen Jahren nochmals deutlich verstärkt worden. Man dürfe zwar nichts beschönigen, so Köberle, denn die Biodiversität schwinde dramatisch, doch es gebe herrliche Flecken im Enzkreis mit Tieren und Pflanzen, die sonst in Deutschland und Europa kaum noch vorhanden seien. Köberle warb auch für das tiefere Verständnis in die Wirkmechanismen einer Kulturlandschaft. Nur wenn der Weinbau in Steilhanglagen weiterbetrieben werde, könnten dort auch seltene Tiere und Pflanzen überleben.

Der Vogelspezialist und Ehrenvorsitzende des Naturschutzbundes Deutschland Pforzheim/Enzkreis, Gerhard Vögele, ist seit Jahrzehnten in der Region bekannt für seine profunden Vorträge. In der Ausstellung sind beeindruckende Fotografien von ihm zu sehen mit einer klar erkennbaren Motivation: den Betrachter für Flora und Fauna zu interessieren und die teils bedrohlichen Rahmenbedingungen zu sensibilisieren. Die Ursachen des Artensterbens müssten in den Mittelpunkt gerückt werden. Kiebitz und Grauammer seien auch aus dem Enzkreis verschwunden. Industrialisierte, landwirtschaftliche Monokulturen, umstrittene Pflanzenschutzmittel sowie Straßen und Verkehrsaufkommen sorgten beispielsweise für viele Probleme. Dramatische Bestandseinbrüche stünden allerdings auch dem Willen gegenüber, die Natur und ihre Tierwelt zu retten. In der Politik gebe es längst erfreuliche Lernprozesse.

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