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Keine übliche Eule: Steinkäuze haben keine Federohren. Foto: Meyer
10.08.2018

Artenvielfalt in der Region: Dürrner kümmert sich um Baby-Steinkäuze

Sie sind gerade eine Handvoll Vogel, haben ein flauschiges Gefieder, schauen mit großen gelblichen Augen in die Welt und hinterlassen bei den Besuchern einen warmherzigen Beschützerinstinkt: Die Rede ist von Jungtier-Steinkäuzen. Gerd Döppenschmitt aus Dürrn kümmert sich in der Region seit vielen Jahren um den Nachwuchs der Eulenart. „Heimatstark“ hat dem 80-Jährigen bei einer seiner zahlreichen Fütterungen über die Schulter geschaut.

So klein und so niedlich: Jungtier-Steinkäuze

Wir müssen leise sein, wenn wir unter dem Baum sind“, sagt Gerd Döppenschmitt, der noch auf einem Feldweg im Norden des Enzkreises steht, „sonst erschrecken wir sie.“ Der Senior redet von seinen Schützlingen, von drei Steinkauz-Jungtieren, die er begleitet, bereits seit sie Ende Juni in einer seiner Brutröhren auf die Welt kamen. Sie seien etwas später dran, als üblich – eine „Nachzügler-Brut“, erklärt er. Normalerweise würden die Brutpaare ihre Eier bereits ab Mitte April legen. In diesem Fall entschieden die Eltern wohl, etwas später Jungtiere zu bekommen. Problematisch sei dies aber nicht: „Den drei Tieren geht es in der Brutröhre sehr gut“, erklärt Döppenschmitt glücklich.

Bildergalerie: Dürrner kümmert sich seit Jahren um Baby-Steinkäuze

Er kümmert sich schon seit vielen Jahren um die Eulenart: Der 80-Jährige aus Dürrn ist rund um die Uhr damit beschäftigt, eine Steinkauzpopulation in dieser Größe zu erhalten. Jahr für Jahr untersucht er seine 130 aufgestellte Röhren im Enzkreis. Bereits im Februar müsse damit begonnen werden: „Die Paarbildung fängt an und ich befestige Futterstellen, um Mäuse anzulocken.“ Im Mai werde kontrolliert, ob „Gelege“ vorhanden sei und im Juni werden die Küken dann im Alter von fünfzehn bis zwanzig Tagen beringt. Dadurch sei ein Vogel jederzeit zu identifizieren und wichtige Erkenntnisse zur Lebensweise und Wanderung können ermittelt werden, erklärt Döppenschmitt. „Ich schaue in diesen Monaten nahezu jeden Tag nach den Jungtieren und füttere sie – falls nötig. So viele Tiere wie möglich sollen überleben.“

Insgesamt ist dem 80-Jährigen aber vor allem eines wichtig: „Ohne die wichtigen Streuobstwiesen gäbe es in der Region keine Artenvielfalt mehr – und damit auch eben keine Steinkäuze mehr.“ Deshalb gründete er zusammen mit seiner Frau und seinen Kindern 2011 den Verein „Lebendige Wiese“. Sie verfolgen das Ziel, das Ökosystem Wiese als Lebensraum für hiesige Tier- und Pflanzenarten in der Region zu bewahren.

Mehr über die Steinkäuze lesen Sie am Samstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.

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Schneefuchs
13.08.2018
Artenvielfalt in der Region: Dürrner kümmert sich um Baby-Steinkäuze

Toll was der Herr Döppenschmitt da macht. Leider befindet sich in dem Gebiet auch eine " Katzenhilfssation" des Tierheimes Pforzheim. Rund 10 Katzen werden dort betreut. Denen wird sicher so mancher Steinkautz zu Opfer fallen. Tier- gegen Arten-schutz. Fragt sich ob dies Sinn macht. mehr...