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Bernd Waibel
Bernd Waibel
08.01.2014

Asyl-Pläne in Steinegg: Vorstoß für eine Begegnungsstätte

Neuhausen-Steinegg. Vor der Sitzung am Donnerstag zu den Asyl-Plänen in Steinegg legen Bürger mit neuen Ideen nach. Der Tenor: Weniger Flüchtlinge, dafür mehr Integration in St. Josef.

Die Diskussionen über die Pläne des Enzkreises, das frühere Seniorenheim St. Josef in Steinegg von der katholischen Pfarrgemeinde zu kaufen, um 50 Asylsuchende dort unterzubringen, reißen nicht ab. Mit Spannung schauen viele auf den Donnerstag, an dem Vertreter des Enzkreises, der Gemeinde Neuhausen und der Pfarrgemeinderäte Neuhausen und Steinegg über das Vorhaben sprechen.

Noch vor dieser großen Runde sucht Bernd Waibel das Gespräch mit Bürgermeister Oliver Korz. Dabei soll es um die Gründung eines Bürgervereins und Vereins zur Förderung Interkultureller Verständigung (BVFIV) gehen. Dessen Ziel sei es, St. Josef selbst zu kaufen und zu einer Einrichtung zu entwickeln, in der 20 Flüchtlinge für längere Zeit unterkommen und über eine Begegnungsstätte ins Dorfleben eingebunden werden sollen.

Der Enzkreis steht freilich unter Druck, schnell Wohnraum für Asylsuchende zu schaffen, die von der zentralen Aufnahmestelle des Landes in Karlsruhe zugewiesen werden. Der Kreis stehe da „mit dem Rücken zur Wand“ hatte Landratsstellvertreter Wolfgang Herz im Dezember bekannt. Der Kreistag hatte den Kauf von St. Josef beschlossen.

In der Gemeinde sind viele von dem Vorstoß des BVFIV überrascht. Franz-Josef Balzer, Mitglied des Pfarrgemeinderats Neuhausen, zum Beispiel kannte solche Pläne bislang nicht. Steinegger Pfarrgemeinderäte möchten zunächst die Sitzung vom Donnerstag abwarten. Thilo Köppe, Vorsitzender des Musikvereins Steinegg, sieht derzeit für die Musiker keine dringende Notwendigkeit, den Pallottisaal als Proberaum zu verlassen. Allerdings sei der Musikverein Steinegg immer für Gespräche offen, so Köppe. Auch der Chorleiter der Steinegger „Biet Voices“, Alex Rieger, weiß noch nichts von aktuellen Plänen, auch wenn eine Vereinsnutzung in St. Josef generell schon früher einmal im Gespräch gewesen sei. Erwin Kindler, Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Steinegg, war überrascht, könnte sich Vorträge und anderes in einer Begegnungsstätte aber vorstellen.

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