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28.04.2014

Asyl-Streit: Landrat wehrt sich gegen Vorwürfe aus Steinegg

Neuhausen-Steinegg. „Von einer unzureichenden Betreuung kann gar keine Rede sein“, widerspricht Enzkreis-Landrat Karl Röckinger Äußerungen, die offenbar bei der jüngsten Mitgliederversammlung des Steinegger Bürgervereins fielen: Das Landratsamt habe die erste Familie in der neuen Unterkunft für Asylbewerber „abgesetzt und sich selbst überlassen“, wurde dort laut Zeitungsberichten kritisiert. „Diese Vorwürfe sind unverschämt und entbehren jeglicher Grundlage“, sagt Röckinger.

„Die Familie wurde von unserem Personal am späten Vormittag ins neue Wohnheim gebracht“, schildert Ordnungsamtsleiter Andreas Kraus den Vorgang; die Unterbringung der Flüchtlinge fällt in sein Ressort. Er habe, als er von dem Vorwurf hörte, umgehend bei der Heimleitung und dem Hausmeister nachgefragt: Demnach habe die Familie direkt nach der Ankunft einen Vorschuss auf die Geldleistungen erhalten. Anschließend sei der Hausmeister mit dem Vater direkt zum Einkaufen in einen Supermarkt nach Neuhausen gefahren. Frau und Kinder seien in der Unterkunft geblieben, um sich einzurichten. „Nach der Rückkehr besorgte der Hausmeister noch für die Familie ein benötigtes Medikament in der Apotheke“, sagt Kraus.

Landrat Röckinger wünscht sich, dass nach der Aufregung der vergangenen Monate nun Ruhe in Steinegg einkehrt – und freut sich über das Engagement zahlreicher Bürger, die den Flüchtlingsfamilien helfen wollen. „Wir tun als Landkreis unser Bestes“, sagt der Kreischef, „aber die Unterstützung im nachbarschaftlichen Netzwerk können wir weder bieten noch ersetzen.“ Deshalb hofft er auf eine konstruktive Zusammenarbeit mit den Engagierten und dem Bürgerverein – im Sinne der betroffenen Flüchtlinge.

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