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Karlsbads BürgermeisterJens Timm  will Asylsuchende jetzt in einem Bürogebäude unterbringen. Foto: privat
Karlsbads BürgermeisterJens Timm will Asylsuchende jetzt in einem Bürogebäude unterbringen. Foto: privat
19.01.2016

Asyl-Zahlen zwingen zum Umdenken in Karlsbad: Bürogebäude im Blick

Karlsbad. Wende in Sachen Anschlussunterbringung von Flüchtlingen in Wohnungen durch die Gemeinde Karlsbad: Wie Bürgermeister Jens Timm in öffentlicher Sitzung des Ittersbacher Ortschaftsrates berichtete, steht die Gemeinde kurz vor der Anmietung eines dreigeschossigen Bürogebäudes im Ittersbacher Gewerbegebiet „Stöckmädle“. Der Ortschaftsrat nahm das zustimmend zur Kenntnis. Der private Immobilienbesitzer wird dieses Gebäude mit Wohnungen für insgesamt rund 150 anerkannte Flüchtlinge ausbauen und zu ortsüblichen Preisen an die Gemeinde vermieten.

Der Gemeinderat hat erst vergangenen Dezember Ittersbach bei der Verteilung in den Ortsteilen ausnehmen wollen. Nach Auffassung der Verwaltung ist Ittersbach mit der Gemeinschaftsunterkunft des Landkreises für 200 Menschen im Stöckmädle in Sachen Integration bereits stark gefordert.

In vorläufiger Unterkunft des Kreises Karlsruhe leben in Karlsbad derzeit 350 Asylbewerber. Für die Anschlussunterbringung, die Aufgabe der Gemeinde ist, liege die entsprechende Quote bei 120 Personen pro Jahr. Bürgermeister Jens Timm befürchtet aber eine steigende Tendenz. Zudem müsse man einkalkulieren, dass nach einer Anerkennung, Familienangehörige nachziehen.

Derzeit zeige sich, dass angebotene private Wohnungen nur bedingt nutzbar seien und die Gemeindewohnungen nicht ausreichten, so Timm. Die in den Ortsteilen geplanten Objekte bräuchten ihre Zeit. Ittersbachs Ortsvorsteherin Heike Christmann hofft, dass es sich bei dem Objekt im Gewerbegebiet nur um eine vorübergehende Lösung handelt. Die Gemeinde erhält für die Anmietung eine Entschädigung nach der Obdachlosensatzung von 4,10 Euro pro Quadratmeter (Warmmiete).