Messer
 

Asylbewerber sticht auf Polizisten ein - Polizist leidet noch heute

Remchingen/Karlsruhe. Die Messerattacke auf einen Polizisten im Remchinger Ortsteil Singen im September 2013 steht seit heute vor Gericht. Der heute 33-jährige Angeklagte hatte dem Polizisten mit einem Messer eine Schnittverletzung an der Schläfe zugefügt und eine starke Schulterprellung verursacht.

Die Tat wird nun vor dem Schwurgericht in Karlsruhe verhandelt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten versuchten Mord vor. Zum Prozessauftakt sind die drei Polizeibeamten als Zeugen gehört worden, einer von ihnen leidet nach der Attacke nach eigenen Angaben noch heute an psychischen Problemen. Insgesamt sollen 12 Zeugen vernommen werden.

Kurios ist: Der Einsatz von insgesamt drei Polizeibeamten in dem Haus der Gemeinde Remchingen, das der Anschlussunterbringung von geduldeten Asylanten dient, war gar nicht gegen den jetzt angeklagten Iraker gerichtet, sondern galt einem Landsmann, gegen den ein Haftbefehl erlassen worden war. Dieser zwei Jahre jüngere Mann hatte in der Remchinger Bahnhofsunterführung eine junge Frau sexuell genötigt, er wurde inzwischen in einem Prozess im Dezember zu einer zweieinhalbjährigen Haftstrafe verurteilt. Die Frau war nur knapp einer Vergewaltigung entgangen: Eine andere Frau in der dunklen Unterführung hörte die Schreie der bedrohten Fußgängerin.

Als die drei Polizeibeamten den Täter in Singen festnehmen wollten, öffnete ein anderer Iraker die Tür und ging sofort auf einen 52-jährigen Kriminalpolizisten los.

Wie nun auch der Verteidiger des 33-Jährigen anführte, hätten die Polizisten von der Gemeinde für die Verhaftung ein falsches Zimmer genannt bekommen. Der Angeklagte sagt, er habe nicht gewusst, dass es sich bei den Zivilbeamten um Polizisten handele und er habe Angst gehabt.

Nur weil der Polizist in der Selbstverteidigungskunst Wing Tsun ziemlich gut ausgebildet ist, habe er die Messerattacke ganz gut abwehren und tödliche Verletzungen verhindern können, erklärte damals Polizeisprecher Frank Otruba. Der Kripomann wusste sich zu wehren, sonst hätte der Angriff mit einem Messer vielleicht schlimme Folgen genommen.