nach oben
Wie läuft die Flüchtlingsarbeit in den Enzkreis-Kommunen? Viele Helfer wie Peter Farr, Charlotte Sauerwein -Dillmamnn und Dieter Dürr (von links) tauschten sich im Landratsamt aus.   Foto: Ketterl
Wie läuft die Flüchtlingsarbeit in den Enzkreis-Kommunen? Viele Helfer wie Peter Farr, Charlotte Sauerwein -Dillmamnn und Dieter Dürr (von links) tauschten sich im Landratsamt aus. Foto: Ketterl
28.09.2016

Asylhelfern im Enzkreis geht die Arbeit nicht aus

Im Landrastamt trafen sich Ehrenamtliche zum Erfahrungsaustausch. Die Blicke richten sich stärker auf Flüchtlinge, die dauerhaft hier bleiben.

Zum vierten Mal seit Ende 2015 haben sich die ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer im Landratsamt mit der Kreisverwaltung über ihre Erfahrungen und Probleme bei der Betreuung von Asylsuchenden ausgetauscht. Katja Kreeb, die Sozialdezernentin des Enzkreises, schilderte gestern Abend den rund 150 Teilnehmern aus den Arbeitskreisen in den Kommunen die aktuellen Entwicklungen in der Flüchtlingspolitik. Die Zahlen sind inzwischen stark zurückgegangen, wie die PZ bereits berichtete. „Ob das so bleibt, ist allerdings noch lange nicht klar“, sagte Kreeb.

Das Landratsamt, zuständig für die vorläufige Unterbringung der Schutzsuchenden, hat zuletzt zahlreiche Notunterkünfte geräumt. Der Enzkreis profitiert weiter von einer Überhangquote, da andere Landkreise ihre Verpflichtungen bisher nicht voll erfüllten. „Bis Dezember rechnen wir deshalb nicht mit weiteren Zuweisungen des Landes an uns“, so Kreeb.

So werden in nächster Zeit vor allem die großen Einrichtungen in Darmsbach und Ötisheim weiter betrieben. Sie funktionieren als Drehscheibe bei der Anschlussunterbringung, für die dann die Kommunen verantwortlich sind. Bis ins kommende Jahr hinein bleiben noch die Hallen in Eisingen, Wimsheim und Friolzheim.

Wohncontainer als Puffer

Die Containeranlagen, die der Kreis an mehreren Standorten aufgebaut hat, könnten aber laut Kreeb von den Gemeinden dafür genutzt werden, Flüchtlinge mit einem Bleiberecht zu versorgen. Andererseits haben einige Gemeinden bereits damit begonnen, für diese Aufgabe Wohnhäuser zu kaufen oder Wohnungen anzumieten.

Kurzum: „Für den Ansturm, den wir Ende 2015 und bis Anfang dieses Jahres bewältigen mussten, haben wir sehr viele Plätze geschaffen, für die anschließende Betreuung in den Kommunen läuft bei den Rathausverwaltungen die Beschaffung von Wohnraum“, sagte Kreeb. Die Container könnten deshalb den Gemeinden als Puffer dienen.

Ein aktuelles Thema über die Radikalisierung im Namen des Islam und Salafismus sollte Mathieu Coquelin aufgreifen. Doch er musste absagen. Für ihn sprang kurzfristig Walter Nitsche ein – mit einer Erläuterung unter der Überschrift „Zwischen helfender Hingabe und gelingender Abgrenzung“.

Außerdem stand bei der Konferenz erneut ein Erfahrungsaustausch mit beispielhaften Modellen im Vordergrund. Katja Kreeb und Mitarbeiter des Amtes für Migration stellten sich den Fragen der Helfer. Was brauchen die ehrenamtlich aktiven Bürger, was ist für die Betreuung der Flüchtlinge nötig? Solche Themenfelder wurden am Ende der Veranstaltung noch in einer Vollversammlung besprochen.