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Gemeinsam in der Küche: Flüchtling Baddel (von rechts) bereitet mit den Helferinnen Margit Mohrkamm und Ilse Gloede das Gemüse zu, Baddel (Bild rechts) aus Syrien kümmert sich ums Grillfleisch.  Falk
Gemeinsam in der Küche: Flüchtling Baddel (von rechts) bereitet mit den Helferinnen Margit Mohrkamm und Ilse Gloede das Gemüse zu, Baddel (Bild rechts) aus Syrien kümmert sich ums Grillfleisch. Falk
31.01.2016

Asylsuchende aus Syrien und Gambia kochen für Flüchtlingshelfer

Bassel aus Syrien kocht gerne. In seiner Heimat stand der 40-Jährige am liebsten mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in der Küche. Vor sechs Monaten ist Bassel nach Deutschland geflüchtet. In Ispringen hat er ein neues Zuhause gefunden, wenn auch bisher ohne seine Frau und die Kinder. Er hofft, dass seine Familie bald nach Deutschland nachkommen kann. Den Spaß am Kochen hat der Syrer nicht verloren.

Jetzt stellte der Asylsuchende sein Talent als Grillmeister unter Beweis. Gemeinsam mit vier weiteren Flüchtlingen kochte Bassel für rund 30 Ehrenamtliche im Ispringer Bürgerhaus „Regenbogen“. Die fünf Flüchtlinge aus Syrien und Gambia wollten vor allem eins: „Danke“ sagen.

Unterstützung im Alltag

„Danke“ für den Einsatz der Ehrenamtlichen. Die Helfer hatten in den vergangenen Monaten viel für die Integration der Flüchtlinge getan. „Beim Freundeskreis Asyl gibt es zwei große Projekte, den ‚Wäschekorb’ und die ‚Tour de Ispringen’“, sagt Karl-Ulrich Bürkle. Er ist Vorsitzender des Bürgerhauses und im Freundeskreis Asyl der Gemeinde engagiert.

In der Kleiderkammer „Wäschekorb“ können sich alle Bedürftigen immer montags Kleidung und Schuhe holen. Bei der „Tour de Ispringen“ haben die Ehrenamtlichen 30 Fahrräder und Helme an die beiden Asylunterkünfte der Gemeinde gespendet.

Zudem wurde im November ein Verkehrsübungsnachmittag in Zusammenarbeit mit der Polizei organisiert — „ein Pilotprojekt im Enzkreis“, so Bürkle. Neben den zwei großen Projekten begleiten die Ehrenamtlichen die Flüchtlinge etwa bei Behördengängen und helfen ihnen, sich an den neuen Alltag in Deutschland zu gewöhnen.

Organisiert hat den kulinarischen Nachmittag Bürgerhausvorsitzender Bürkle. „Um neun Uhr ging’s heute Morgen los, die Einkäufe erledigen“, erzählt er. Danach ging es direkt in die Küche des Bürgerhauses, damit die geladenen Gäste auch pünktlich um 12.30 Uhr die gambischen und syrischen Spezialitäten serviert bekamen. Geübt wurde bereits vor zwei Wochen. „Wir haben alle Gerichte schon einmal ausprobiert“, so Bürkle. So ging den fünf Köchen am Samstag alles leicht von der Hand.

Teamwork an erster Stelle

Ebrima ist 22 Jahre alt und kommt aus Gambia. Der junge Mann hatte in seiner Heimat als Koch in einem asiatischen Restaurant gearbeitet. Am liebsten bereitet er Eintöpfe aus Gemüse und Hühnchen zu. Bassel aus Syrien kümmerte sich derweil um das Grillfleisch. Lammspieße wanderten auf den Grill, daneben reichlich Gemüse und Fladenbrot mit einer scharfen Chili-Tomaten-Creme.

Zufriedene Gesichter

Teamwork wurde am Samstag großgeschrieben. „Die Flüchtlinge werden hier in Ispringen überwiegend gut aufgenommen“, sagt Bürkle. Das zeigte sich auch im Bürgerhaus „Regenbogen“.

Auch die Gäste hielt es nicht auf ihren Plätzen. So wurde am Ende gemeinsam gekocht und gelacht. Blitzblanke Teller und zufrieden Gesichter zeigten, dass die kulinarische Reise nach Syrien und Gambia allen gefallen hat.