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Konsequente Desinfektion im Kampf gegen multiresistente Keime: Das Gesundheitsamt, hier Dr. Brigitte Joggerst, hat dieses Thema in der Region früh aufgegriffen. Die Aufgaben im Infektionsschutzschutz steigen. Foto: Ketterl
Konsequente Desinfektion im Kampf gegen multiresistente Keime: Das Gesundheitsamt, hier Dr. Brigitte Joggerst, hat dieses Thema in der Region früh aufgegriffen. Die Aufgaben im Infektionsschutzschutz steigen. Foto: Ketterl
20.07.2017

Auch den Gesundheitsämtern fehlen Ärzte

Pforzheim/Enzkreis. Im Ringen um ärztlichen Nachwuchs richten sich die Blicke meistens auf die schwierige Situation der Landarzt-Praxen und auf den Kampf um Nachwuchs bei den Krankenhäusern. Doch ähnliche Schwierigkeiten fürchten Beobachter auch für die öffentlichen Gesundheitsdienste. Dabei, warnte jetzt der Hauptgeschäftsführer des Landkreistags Baden-Württemberg, Eberhard Trumpp, würden die Aufgaben stetig steigen.

Diese Diagnose bestätigt Brigitte Joggerst als Vorsitzende des Verbandes der ÄrztInnen und WissenschaftlerInnen im Öffentlichen Gesundheitsdienst Baden-Württemberg. Denn während immer mehr zu tun sei, würden die Gesundheitsämter im ärztlichen Bereich ausbluten.

Dr. Joggerst spricht aus Erfahrung. Sie leitet das Gesundheitsamt Enzkreis/Pforzheim. Zuletzt habe man es nicht geschafft, eine offene ärztliche Stelle mit einem geeigneten Bewerber mit medizinischer Erfahrung zu besetzen, sagt sie: „Wir haben daraus nun eine Stelle für einen Gesundheitswissenschaftler gemacht.“ Daran geknüpft sei ein neues Konzept, statistische Daten genauer auszuwerten. Im ärztlichen Bereich dagegen sei die Bewerberlage allgemein schlecht.

Dass die Aufgaben gleichzeitig steigen, hat mehrere Gründe. Einen sehen die Gesundheitsbehörden in der Klimaerwärmung, mit der sich neue Krankheitserreger bei uns ausbreiten. Neben neuen Gegnern haben die Gesundheitsämter auch mit Krankheiten zu tun, die längst besiegt zu sein schienen. Doch in einer globalisierten Welt kommen auch Leiden wie die Tuberkulose in Baden-Württemberg wieder auf, so Eberhard Trumpp. Keime, gegen die Antibiotika keine wirksame Waffe mehr sind, haben die Gesundheitsämter – auch in Pforzheim und dem Enzkreis – längst als Herausforderung angenommen.

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