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Auf dem Prüfstand: CDU beklagt unterfinanziertes Pflegewesen in der Region

Enzkreis/Pforzheim. Die Pandemie hat schonungslos die Problemlage in den Pflegeheimen und Einrichtungen für Menschen mit Behinderung offengelegt: Zu wenig Personal, Mängel in den Ausbildungssystemen, ein nicht immer auf die persönliche Situation der betroffenen Menschen abgestelltes Kontrollsystem der unterschiedlichen Behörden und eine überbordende Bürokratie bereiten allenthalben große Sorgen.

Die CDU Enzkreis / Pforzheim nimmt in einer Pressemitteilung mit großem Unbehagen zur Kenntnis, dass sehr leicht Pflegeeinrichtungen in ein „schiefes Licht“ gerückt werden können, wenn dort Fehler auftreten, die dem System geschuldet sind. Damit werde abgelenkt von dem eigentlichen Übel: dem chronisch unterfinanzierten Pflegewesen und der offensichtlich zu individuell ausgelegten Prüfpraxis der agierenden Behörden.

Dabei sei mit der früheren Abschaffung der beiden Landeswohlfahrtsverbände durch den Ministerpräsidenten Erwin Teufel und die Neuentwicklung einer einzigen Landessozialbehörde, dem Kommunalverband für Jugend und Soziales (KVJS), den Kommunen mehr Verantwortung zur sinnvollen örtlichen Ausgestaltung wie der Alten- und Behindertenhilfe in die Hand gegeben worden. Was in der Pflege gebraucht werde, sei neben der Fachlichkeit mehr Menschlichkeit. Pflege am Fließband gehe nicht.

Pädagogik und Pflege dürften nicht länger als ein Wirtschaftsmarkt betrachtet werden. Den zuständigen Dezernenten falle schließlich die Aufgabe zu, den Einwohnern im Enzkreis und der Stadt Pforzheim in dieser elementaren Angelegenheit ein Versprechen zu geben: die bestmögliche pädagogische und pflegerische Versorgung zu garantieren. Daher werden die zuständigen Dezernenten gebeten, neben der Überprüfung der eigenen Praxis auch den kritischen Dialog mit dem Landessozialminister sowie den zuständigen Bundesbehörden zu suchen. Außerdem sollten die beiden kommunalen Körperschaften mehr Mut aufbringen, um eigene Wege in ihren Einflussräumen zu gehen. Dazu gehöre auch, die Arbeitsbedingungen in den Einrichtungen der Stadt und des Enzkreises positiv zu beeinflussen.