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Bernd Wurster (von links) erklärt in der Halle des alten Wasserwerks – wo heute hauptsächlich Strom erzeugt wird – Annette Kolb, Adelheid Bechtle, Martina Urban und Peter Urban Bilder, Pläne und Geräte.
Bernd Wurster (von links) erklärt in der Halle des alten Wasserwerks – wo heute hauptsächlich Strom erzeugt wird – Annette Kolb, Adelheid Bechtle, Martina Urban und Peter Urban Bilder, Pläne und Geräte.
30.08.2017

Auf den Spuren eines Wasserpioniers - Frauen lernen in Wildbad Werk des Urgroßvaters kennen

Bad Wildbad/Dobel. Seit 1998 wohnt Adelheid Bechtle in Dobel. Dort wurde der früheren Neckarsulmer Apothekerin erst jüngst bekannt, dass die Planung der Wasserversorgung für den Höhenort im vorletzten Jahrhundert Hermann von Ehmann (1844 bis 1905) geplant hat.

Über den Planer wollte sie zusammen mit ihren Cousinen Annette Kolb aus Korntal und Martina Urban aus Waiblingen mehr erfahren. Hermann von Ehmann ist nämlich der Urgroßvater der drei Frauen. Deshalb kamen sie gemeinsam nach Bad Wildbad, wo am Wasserwerk Kälbermühle eine Gedenktafel die Verdienste Ehmanns und des Calwer Oberamtmanns Regierungsrat Voelter mit den Worten würdigt: „Den um den Gemeinde-Verband der Schwarzwald-Wasser-Versorgung hochverdienten Männern aus Dankbarkeit gewidmet.“

König Wilhelm II. zeichnete den Ingenieur, dessen System bis heute nach physikalischen Gesetzen ohne großen Energieaufwand funktioniert, 1905 mit der Erhebung in den Adelstand aus. Er war nach dem Ausbau der Albwasserversorgung der verantwortliche Planer für die 1896 gegründete und schon zwei Jahre später in Betrieb gegangene Schwarzwaldwasserversorgung. Ausgeklügelt und 1869 nach schwieriger Überzeugungsarbeit aufzubauen begonnen hatte die Albwasserversorgung sein Vetter Karl Ehmann (1827-1889). Mit ihm arbeitete Hermann Ehmann ab 1877 in Staatsdiensten zusammen und führte nach dessen Tod 1889 das Werk auf der Alb fort. Die internationale Welt der Wasserbauingenieure blickte in jener Zeit nach Württemberg, wo die Gruppenwasserversorgungen letztlich erschwingliche Möglichkeiten boten, selbst den Einwohnern in kleinen Gemeinden auf der Alb und im Schwarzwald Trinkwasser frei Haus zu liefern. Dies war dem Königshaus aus Gründen der Volksgesundheit wichtig.

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