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Erzielten einen Landespreis beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten in Zusammenarbeit mit der Körber-Stiftung und dem Haus der Geschichte: die Schülerinnen (von links) Luna-Marie Leibl, Lisa Gerlitz, Clara Weik und Felicia Renckly mit Tutorin Andrea Dommershausen-Ober von der Ellmendinger Schule. Foto: Marx
Erzielten einen Landespreis beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten in Zusammenarbeit mit der Körber-Stiftung und dem Haus der Geschichte: die Schülerinnen (von links) Luna-Marie Leibl, Lisa Gerlitz, Clara Weik und Felicia Renckly mit Tutorin Andrea Dommershausen-Ober von der Ellmendinger Schule. Foto: Marx
12.07.2015

Auf den Spuren von Menschen in der fremden, neuen Heimat

Viel Freizeit und sogar ihre Schulferien opferten Luna-Marie Leibl, Lisa Gerlitz, Clara Weik und Felicia Renckly von der Grundschule Ellmendingen für ihre Teilnahme am Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten in Zusammenarbeit mit der Körber-Stiftung und dem Haus der Geschichte in Stuttgart unter dem Motto „Anders sein. Außenseiter in der Geschichte.“

Die zahllosen Stunden, die die Kinder zusammen mit ihrer Tutorin Andrea Dommershausen-Ober in das aufwendige Projekt steckten, war von Erfolg gekrönt. Für ihren Arbeitsbericht „Eine neue und gleichzeitig fremde Heimat in Keltern“ gibt es am heutigen Montag einen Landessiegerpreis im Neuen Schloss in Stuttgart. Die Kinder waren mit Feuereifer bei der Sache und interviewten Mitmenschen mit Migrationshintergrund. Die zufällig Ausgewählten hellen auf, warum sie gekommen sind und was sie veranlasst hat, ihre geliebte Heimat zu verlassen, um in Deutschland ihr Leben fortzusetzen. In intensiven Gesprächen werden italienische und türkische Schicksale ebenso lebendig, wie Geschichten, die ihren Ursprung in Indonesien, Thailand oder auf den Philippinen haben. Immer kamen die Menschen mit viel Hoffnung, egal ob sie einen Arbeitsplatz suchten oder weil sie ihrem Herzen gefolgt waren. Nachempfinden zu können, wie sich die früher „Gastarbeiter“ genannten Menschen gefühlt haben und was Einwanderer heutzutage bewegt, stand im Mittelpunkt des ambitionierten Projekts. Die Interviews ermöglichen Einblicke in unterschiedliche Religionen ebenso, wie in andere Sprachwelten und Essenskulturen. Deutlich wurde: Über eine gelungene Integration entscheiden maßgeblich das Erlernen der deutschen Sprache und die Etablierung in der Berufs- und Vereinswelt. Die Menschen aus dem Ausland bereichern überdies ihre neue Heimat: etwa mit ihren Gaumenfreuden und kulturellen Gepflogenheiten. Die lebenden Zeitzeugen wurden fotografiert und gaben Bilder aus ihrem Familienalbum preis. Ein mit Interviews und Fotos prall gefüllter Ordner zeugt von der Leistung der Schülerinnen. Beeindruckt ist Lehrerin Dommershausen-Ober auch vom Engagement bei der Projektpräsentation im Haus der Geschichte. Obwohl es eine technische Panne gegeben habe, hätten sich die Kinder unbeeindruckt gezeigt und sich mit Elan den Fragen der Jury gestellt.