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06.04.2009

Auf den neuen Bürgermeister warten einige offene Baustellen

Den Wahlkampf hat er überstanden. Jetzt heißt es, den Job zu machen. Auf Volker Winkel, den neuen Bürgermeister von Ispringen, wartet eine Reihe von Aufgaben.

Ispringen hat einen neuen Bürgermeister gewählt – auch wenn dieser eher schon ein alter Bekannter im Rathaus ist. Mit fast 77 Prozent aller Stimmen hat Volker Winkel den Sprung an die Rathaus-Spitze geschafft. Fremd ist Volker Winkel der Bürgermeister-Chefsessel nicht, denn viele Monate lang saß er dort als Amtsverweser in Vertretung seines dienstunfähigen Amtsvorgängers Heinrich Kemmet.

Jetzt ist Winkel ein ordentlich gewählter Bürgermeister, noch dazu einer, der es gegen drei Mitbewerber im ersten Wahlgang mit überzeugender Mehrheit geschafft hat. Eine Schonzeit darf er allerdings nicht erwarten, denn von´m ersten Amtstag an ist sein Krisenmanagement gefragt.

In jüngster Zeit hat es nämlich im Gemeinderat einige turbulente Sitzungen gegeben. Es ist nicht gerade alltäglich, wenn sieben Gemeinderäte unter Protest eine Sitzung verlassen und das restliche, standhafte Gremium beschlussunfähig zurück lassen. Hier ist Winkels Fingerspitzengefühl gefordert.

Ein Streitpunkt, der in Ispringen für Aufsehen gesorgt hat: das Hallenbad.

Jüngst musste es zweimal wegen Legionellen geschlossen werden. Die Bakterien sind jetzt weitgehend vertrieben, aber das genügt der Gemeindeverwaltung nicht. Die wünscht sich Sanierungs-Maßnahmen

in Höhe von rund 700.000 Euro. Dafür erntet sie von den Gemeinderäten viel Verständnis, aber die Kommunalpolitiker streiten sich noch über Details.

Gleich neben dem Ispringer Hallenbad kann Winkel eine Erfolgsmeldung verbuchen: Der Ganztags-Betrieb in der Otto-Riehm-Schule findet den Beifall aller Beteiligten. Während hier die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

hervorragend angelaufen ist, sieht es mit der Jugend- und Sozialarbeit der Gemeinde eher mäßig aus. Winkel will das Jugendzentrum im alten Ortskern schließen. Zu wenig Zulauf gebe es dort. Er setzt auf ein neues Konzept mit einer offenen Jugendarbeit mit niedrigen Hemmschwellen.

Relativ ungehemmt scheinen sich dagegen manche jungen Bürger beim Bahnhof und im Unterführungsbereich aufzuführen. Hier gibt es immer wieder Klagen nicht nur wegen Lärmbelästigung. Auch in anderen Ecken von Ispringen hat es jüngst Stoff für jede Menge Aufregung gegeben. Da wären zum Beispiel die Hakenkreuz-Schmierereien an der Kirche. Müssen Platzverbote her, Polizeistreifen oder gar ein privater Sicherheitsdienst? Winkel wird sich der Sache annehmen müssen.

Nach der bürgermeisterlosen Zeit kann es jetzt in Ispringen wieder rund gehen. Und der größte Teil der Wähler glaubt, dass Volker Winkel der richtige Motor dafür ist.