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Verkehrsverbund und Bahn arbeiten in der Mobilitätszentrale zusammen. Die Stadt Mühlacker und der Enzkreis schießen Geld zu. Über diese Kooperation freuen sich Reinhold Pohl (von links), Leiter des Regionalvertriebs Süd der DB Vertrieb, VPE-Geschäftsführer Axel Hofsäß, Landrat Karl Röckinger und OB Frank Schneider. Foto: Schierling
Verkehrsverbund und Bahn arbeiten in der Mobilitätszentrale zusammen. Die Stadt Mühlacker und der Enzkreis schießen Geld zu. Über diese Kooperation freuen sich Reinhold Pohl (von links), Leiter des Regionalvertriebs Süd der DB Vertrieb, VPE-Geschäftsführer Axel Hofsäß, Landrat Karl Röckinger und OB Frank Schneider. Foto: Schierling
29.09.2017

Auf neuen Wegen: Erste Mobilitätszentrale im Bahnhof in Mühlacker eröffnet

Enzkreis/Mühlacker. Den Nahverkehr in der Region stellten die Kreisräte vor drei Monaten im Verkehrsausschuss auf den Prüfstand. Die stagnierende Nachfrage, zum Beispiel beim Tagesticket, und die zurückgehenden Schülerzahlen erzeugen Finanzierungsdruck für den Verkehrsverbund Pforzheim-Enzkreis (VPE). Was aber tun? Der Tagesfahrschein soll günstiger werden. Viel versprechen sich die Kreisräte auch von Anlaufstellen, die alle möglichen Verkehrsangebote zusammenfassen. Am Freitag kam für diese Idee ein großer Moment.

In Mühlacker wurde die erste Mobilitätszentrale eröffnet. Ein wenig neidisch dürfte Pforzheim nach Mühlacker schielen. Denn in der Stadt scheiterte das Konzept – die Kommune konnte den nötigen Finanzierungsanteil nicht aufbringen. Welche Angebote stehen in Mühlacker jetzt zur Verfügung? Neben längeren Schalterzeiten bietet dieses erweiterte Reisezentrum Fahrgästen und Besuchern in der Region vor allem kürzere Wege. Denn viele Angebote und vor allem auch Informationen gibt es dort unter einem Dach.

Wie lange braucht man mit dem Bus nach Heimsheim und wo fährt er ab? Muss ich umsteigen? Wie funktioniert das in der Stadtbahn nach Bad Wildbad mit der Fahrkarte? Was kostet ein Parkplatz am Stuttgarter Flughafen? Wer auf Suche nach Antworten auf solche Fragen ist, der ist in der neuen Mobilitätszentrale im Bahnhof Mühlacker richtig.

In einem zweiten und dritten Schritt sollen in Mühlacker künftig Carsharing und Fahrradverleih angeboten werden. „Für ein Carsharing-Angebot fehlt derzeit noch ein Partner. Ich bin jedoch sicher, dass sich hierfür in naher Zukunft eine Lösung findet“, sagte Landrat Karl Röckinger. So hat es nach PZ-Informationen etwa bereits Gespräche mit der ortsansässigen Firma Unomondo von Thomas Knapp gegeben.

Die Mobilitätszentrale sei für Mühlacker auch ein Marketinginstrument, sagte Oberbürgermeister Frank Schneider. Er freute sich, dass die Stadt damit eine Vorreiterrolle übernimmt. 30 Prozent der laufenden Kosten trägt Mühlackers Rathausverwaltung – maximal aber 2200 Euro monatlich. Das restliche Geld kommt vom Enzkreis.

Ein Nachahmer des Konzepts könnte sich in Wilferdingen-Singen finden. Denn in der Gemeinde Remchingen ist für den westlichen Enzkreis ebenfalls eine Mobilitätszentrale angedacht.

Geöffnet hat die Mobilitätszentrale im Bahnhof in Mühlacker montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr und samstags von 9 bis 14 Uhr.