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Der historische Ortskern von Tiefenbronn ist ein Schmuckstück, das noch mehr strahlen soll. Der Gemeinderat hat ein Sanierungsgebiet dort beschlossen. Foto: Roller

Aus Alt mach Neu: Tiefenbronns Ortskern wird Sanierungsgebiet

Tiefenbronn. Es gibt einen neuen Anreiz, in Tiefenbronns historischen Ortskern zu investieren: Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten öffentlichen Sitzung entscheidende Weichen für ein Sanierungsgebiet dort gestellt. Unter anderem fasste das Gremium einstimmig einen Satzungsbeschluss zur förmlichen Festlegung des genauen Gebiets.

Einstimmig billigten die Räte auch die Sanierungsziele, die unter anderem eine Schaffung von zusätzlichem Wohnraum durch Beseitigung von Leerständen und Umnutzung von Nebengebäuden vorsehen. Weitere Wünsche: eine ortsbildgerechte Erneuerung von privaten Gebäuden und den Erhalt, die Erneuerung und die Fortentwicklung der historisch gewachsenen typischen Struktur. Zudem sollen die Aufenthaltsqualität durch Neugestaltungen von Straßen, Wegen und Plätzen erhöht, der alte Friedhof aufgewertet und die Fußwegverbindungen ausgebaut und vernetzt werden.

Die Sanierungsziele beruhen auf den Ergebnissen der vorbereitenden Untersuchungen, bei denen unter anderem die Bausubstanz betrachtet und die Eigentümer befragt wurden. Dabei fand man heraus: Ein großer Teil der Anwohner steht der Sanierung positiv gegenüber. Hilfestellung und Orientierung sollen die Gestaltungsrichtlinien geben, die in der Gemeinderatssitzung vorgestellt wurden. Sie richten das Augenmerk auf ortstypische Elemente und wollen „dazu ermuntern, mit beratender und finanzieller Unterstützung durch das Sanierungsprogramm Modernisierungsmaßnahmen, Um- oder Neubauvorhaben anzugehen“.

Unter anderem fordern die Richtlinien eine Erhaltung bestehender Dachformen, helle, freundliche Fassadenfarben und die Vermeidung von erheblichen Farbabweichungen zu den Nachbargebäuden. Über diese Vorgaben wird der Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung am 24. Mai beschließen. Anfang Juni soll es eine Informationsveranstaltung für die Bürger geben. Während der Sanierung wird der Gemeinde die „LBBW Immobilien Kommunalentwicklung“ mit Beratungsleistungen zur Seite stehen. Die Gemeinderäte ermächtigten die Verwaltung, einen entsprechenden Vertrag abzuschließen. Ende Mai 2018 wurde die Gemeinde mit der Maßnahme in das Landessanierungsprogramm aufgenommen. Der bewilligte Förderrahmen beträgt rund 1,3 Millionen Euro, die Finanzhilfe rund 800.000 Euro. Der Bewilligungszeitraum läuft bis Ende April 2027.