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Symbolbild: dpa
Symbolbild: dpa © Symbolbild: dpa
22.05.2017

Aus Psychiatrie geflüchteter Gewalttäter in Neulingen geschnappt

Neulingen. Viel weiß man noch nicht über die fast dreiwöchige Flucht eines gewaltbereiten Straftäters, der am 3. Mai aus dem Zentrum für Psychiatrie Südwürttemberg in Zwiefalten entkommen war. Das Ende der Flucht aber ist bekannt: Der wegen versuchten Totschlags verurteilte Deutsche mit Geburtsort in Kasachstan wurde am Sonntagmittag in Neulingen festgenommen.

Warum er ausgerechnet im nördlichen Enzkreis untergetaucht ist, konnten Polizei und Staatsanwaltschaft noch nicht sagen. Hinweise eines Zeugen hatten die Beamten auf die Spur des Gesuchten geführt. Sie nahmen den 54-Jährigen um 12.40 Uhr in Neulingen fest. Fahndungsmaßnahmen, bei denen unter anderem auch ein Polizeihubschrauber und ein Mantrailer-Hund zum Einsatz kamen, waren zunächst erfolglos. Auch Zielfahnder des Landeskriminalamts hatten nach dem Flüchtigen gesucht. Der Mann hatte seit seinem Verschwinden aus dem Psychiatrie-Zentrum in Zwiefalten offenbar überwiegend in Wäldern übernachtet.

Ob er Helfer oder Kontakte zu anderen Personen in der Region hatte, ist unbekannt. Zu einem persönlichen Bezug des 54-Jährigen zu Neulingen gibt es ebenfalls keine Erkenntnisse. Möglicherweise musste er auf seiner Flucht weitere Straftaten begehen, um sich zu ernähren oder Unterschlupf zu finden. Nach seiner Festnahme wurde der gewaltbereite Mann in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert.

Er war vom Gericht wegen versuchten Totschlags zu einer Freiheitsstrafe von neun Jahren und drei Monaten mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Im Urteil wurde festgelegt, dass er für eine Behandlung nach zwei Jahren und sieben Monaten in einer Entziehungsanstalt untergebracht werden sollte. Aus dieser Anstalt konnte er dann entkommen – bis eben am Sonntagmittag in Neulingen die Handschellen klickten.

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