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05.01.2016

Aus ärmlichen Verhältnissen mit viel Fleiß rauf in die Chefetage

Ein bemerkenswertes Buch über eine Karriere mit Migrationshintergrund hat Ernst-Carsten Greilich aus Mönsheim verfasst. „Wiktoria“ ist sechs Jahre alt, als sie mit ihren Eltern aus Polen nach Deutschland kommt. Die Familie hofft auf eine bessere Zukunft im Westen. Für die junge Polin ist der Start im fremden Land schwer. Mit Intelligenz und Fleiß schafft sie es, der Armut zu entfliehen – und steigt im Alter von 30 Jahren in den Vorstand eines Unternehmens auf.

Der Roman „Wiktoria – nie wieder arm!“ erzählt die Geschichte der ambitionierten Frau. Angelehnt an den echten Lebensweg einer ehemaligen Studentin beruht das Buch von Autor Ernst-Carsten Greilich weitestgehend auf Tatsachen. Der Diplom-Kaufmann unterrichtete Wiktoria in seiner Zeit als Lehrbeauftragter in Stuttgart. Die Studentin schrieb auch ihre Diplomarbeit bei Greilich. So wurde der Mönsheimer auf den Lebensweg Wiktorias aufmerksam. Zehn Jahre ist das mittlerweile her. Mit dem Schreiben seines Romans begann Greilich vor etwas mehr als einem Jahr. „Damals habe ich erfahren, welche atemberaubende Karriere Wiktoria hingelegt hat“, erinnert sich der 78-Jährige. Schon als Studentin sei sie fleißig und zielorientiert gewesen. „Den Namen meiner Studentin und die Orte mancher Ereignisse habe ich verändert“, sagt der Autor. Dass Greilich einen Roman angelehnt an ihren Lebensweg verfasst hat, weiß die junge Frau nicht.

Auch einige private Erlebnisse der Protagonistin entstammen nicht dem wahren Lebensweg. „Einzelne Geschichten habe ich so verändert, dass sich niemand getroffen fühlt“, erklärt der Autor. Ziel des Romans sei es nicht gewesen, die Geschichte Wiktorias haargenau nachzuerzählen. Vielmehr wollte Greilich aufzeigen, wie sich die junge Frau aus armen Verhältnissen aus eigener Kraft an die Spitze eines Unternehmens gearbeitet hat: „Das hat mich fasziniert.“ Gewisse Parallelen sieht Greilich auch im Blick auf sein eigenes Leben. Der Autor ist selbst gebürtig aus Polen und kam in jungen Jahren mit seiner Familie nach Deutschland. Die deutsch-polnischen Beziehungen sind es auch, die Greilich mit seinem Buch ansprechen will. „Es kann nur Frieden geben, wenn man nach vorne schaut und Freundschaften sucht. Alte Dinge sollte man nicht aufrechnen“, ist der Mönsheimer überzeugt. Das erlebt auch Wiktoria im Buch: In einer Schlüsselszene entdeckt sie am Grab ihrer Großeltern ihre deutschen Wurzeln und findet ihren Frieden, als Polin in Deutschland zu leben.