Aus dem Ratssaal Keltern

Keltern. Im Kelterner Gemeinderat wurden eine ganze Reihe weiterer Themen besprochen.

Eine Schweigeminute zum Gedenken an die Opfer der Flutkatastrophe gab es zu Beginn der Kelterner Ratssitzung. Die Gemeinde will aus Solidarität 5000 Euro spenden. Bürgermeister Steffen Bochinger dankte allen, die einen Beitrag zur Hilfe leisten. Stephan Augenstein (FWG) regte an, fraktionsübergreifend auch das Sitzungsgeld zu spenden. Das Gremium votierte einstimmig für diesen Antrag.

Befürchtungen wurden in der Bürgerfragerunde laut, was die Folgen von Starkregenereignissen vor Ort anbelangt. Viele Häuser seien darauf nicht ausgelegt, manch Kanalisation so verlegt, dass Rückstauventile auch nichts bringen würden. Auch gebe es viele weitere Herausforderungen, wie die Unmengen an Wasser sinnvoll abgeführt werden. Rathauschef Bochinger sagte, es gebe keine Patentrezepte.

Feuerwehrhaus: Die im Rahmen der Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung vorgebrachten Anregungen wurden zur Kenntnis genommen. Ferner wurde in der Folge der Bebauungsplan für das gemeinsame Feuerwehrhaus der Einsatzabteilungen Dietlingen und Ellmendingen einstimmig als Satzung beschlossen. Zuvor hatte Roland Schultner in der Bürgerfragerunde angeregt, bei künftigen Öffentlichkeitsbeteiligungen ganz grundsätzlich auch die Meinung lokaler Natur- und Umweltschutzverbände einzuholen.

Mit einem Dank endete nun endgültig die Tätigkeit des gemeindlichen Gutachterausschusses. Künftig ist das Gremium des Gemeinsamen Gutachterausschusses mit Sitz in Mühlacker zuständig.

Kanalsanierungsarbeiten für alle fünf Ortsteile wurden an die Firma Koßmann aus Kappel-Grafenhausen zum Bruttopreis von von rund 562.000 Euro vergeben. Das Angebot sei deshalb recht kostengünstig, so die Verwaltung, weil das Unternehmen gerade noch in einem Nachbarort Arbeiten ausführe. Manfred Dengler (Grüne) regte an, bei Vergaben grundsätzlich darüber nachzudenken, neben dem Preis auch andere, etwa nachhaltige Aspekte zu berücksichtigen. Robin Bischoff (Grüne) sekundierte und brachte eine Stärkung der Wirtschaftsregion ins Spiel. Dies gehe nur, so Bochinger, wenn dies auf der Grundlage einer transparenten Vergabesystematik beruhe.

Die Verpflichtung des wiedergewählten Bürgermeisters wird am 14. September ab 19 Uhr in der Mehrzweckhalle in Dietlingen erfolgen. Die Verpflichtung wird der Erste Bürgermeister-Stellvertreter Claus Bischoff (FWG) vornehmen.

Für hohe Wellen sorgte in den zurückliegenden Monaten die kontroverse Diskussion um das Redaktionsstatut für die Gemeindenachrichten. Nun hat die Kommunalverwaltung dazu eine ausführliche Vorlage erarbeitet. Auf Antrag von Manfred Dengler (Grüne) wurde darüber aber nicht abgestimmt. Eine Beratung und Beschlussfassung soll es erst zu einem späteren Zeitpunkt geben. Man wolle sich, so Dengler, auch rechtlich beraten lassen. Oliver Weik (SPD) und Michael Sengle (CDU) signalisierten ebenfalls, dass eine Vertagung auf eine Beratung nach der Bundestagswahl sinnvoll sei.