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13.05.2019

Aus dem Ratssaal in Keltern

Keltern. Im Rahmen des Leitbildprozesses in Keltern wurden zahllose Ideen von den Bürgern entwickelt. Im Kelterner Gemeinderat kam nun eine besondere Idee zur Sprache.

Bezüglich der Ortsjubiläen 1100 Jahre Ellmendingen und 800 Jahre Weiler soll es zur Förderung lokaler Streuobstwiesen dazu kommen, dass die Gemeinden eine Förderung von 110 Neuanpflanzungen in Ellmendingen und 80 in Weiler übernimmt. Die genauen Konditionen sind laut Bürgermeister demnächst dem Amtsblatt zu entnehmen.

Die interkommunale Zusammenarbeit wird groß geschrieben: Keltern möchte daher mit der Großen Kreisstadt Mühlacker bei der Bildung eines gemeinsamen Gutachterausschusses kooperieren. Mehrheitlich votierte der Gemeinderat nun dafür, dieses Vorhaben auch tatsächlich in die Tat umzusetzen.

Die Kelterner Verwaltung hatte zuvor ausgeführt, dass man „kein gallisches Dorf“ sein könne (Bürgermeister Steffen Bochinger) und angesichts möglicher Veränderungen bei der wichtigen Grundsteuerreform gerichtsfeste Gutachterentscheidungen auf entsprechend großer Basis benötige. Zwar fiel die Abstimmung mit acht Ja- bei drei Neinstimmen und sechs Enthaltungen eindeutig aus. Doch die politischen Bauchschmerzen waren groß.

Michael Sengle (CDU) sprach von einer „gewissen Skepsis“, Michael Trägner (FWG) befürchtete eine Entwicklung wie bei den Grundbuchämtern. Eine bewährte Institution werde nach oben abgegeben. „Kein gutes Gefühl“ attestierte auch Rolf Mertz (Grüne). Walter Appenzeller (Grüne) hätte lieber einen regionalisierten Gutachterausschuss für den westlichen Enzkreis gehabt. Er befürchtete Nachteile, denn bislang ende der Großraum Stuttgart de facto in Mühlacker und man habe kein Interesse da dazu zu gehören. Susanne Nittel (SPD) signalisierte dagegen von Anfang an eindeutig Zustimmung: Man wolle ja schließlich auch die Kompetenz der eigenen Gutachter einbringen.