Aus dem Ratssaal in Keltern

Keltern. Die Flussgebietsuntersuchung für die Kelterner Ortsteile Weiler und Niebelsbach wurde im Kelterner Gemeinderat ergänzt durch den aktuellen Aspekt des Starkregenereignisses vom 18. Juni.

Der Referent der Wald und Corbe Consulting GmbH aus Hügelsheim, Markus Fritz, unterstrich, dass man bereits einen Tag nach dem Ereignis in der Region unterwegs gewesen sei, um die Schadensentwicklung zu dokumentieren. In 30 Minuten habe es so stark geregnet, dass dies weit über einer hundertjährigen Klassifizierunggelegen habe. Gegen die meteorologische Willkür einer Starkregenzelle, die urplötzlich über einem Gebiet stehenbleibe und ihre geballte Ladung herabschicke, könne man sich praktisch nicht schützen. Das gelte auch für staatliche Präventionsmaßnahmen. Bürgermeister Steffen Bochinger meinte angesichts der Überflutungsschäden, dass man sogar noch mit „einem dunkelblauen Auge davongekommen“ sei. Tatsächlich hätte der Ärger noch viel größer sein können, wenn man den aktuellen Vorfall in Keltern mit dem in Stein aus dem Jahr 2016 vergleicht. Nach ausgiebiger Diskussion votierte der Rat einmütig für einen Erhöhungsantrag bei der Flussgebietsuntersuchung, um aktuelle Aspekte miteinbeziehen zu können. Ferner ging es um eine Verlängerung der Förderfrist.

Die Umwandlung eines ehemaligen Obst- und Gemüseladens in einen Imbiss an der Westlichen Friedrichstraße in Dietlingen sorgte einmal mehr für eine in Teilen emotional geführte Diskussion im Gemeinderat. Die zuständige Baurechtsbehörde des Enzkreis-Landratsamts hatte der Gemeinde die Gelegenheit gegeben, erneut über das Einvernehmen zu entscheiden. Nach Auffassung des Landratsamts sei das Vorhaben genehmigungsfähig. Sollte die Gemeinde ihr Einvernehmen weiterhin rechtswidrig versagen, werde die fehlende Zustimmung durch die Behörde ersetzt. Manfred Dengler (Grüne) konnte sich mit dem Verfahren überhaupt nicht anfreunden. Wozu frage man den Gemeinderat, wenn er folgenlos nur gehört werde, aber nichts zu entscheiden habe? Walter Appenzeller (Grüne) meinte, man müsse sich nicht vorführen lassen und könne die Frist auch ohne Stellungnahme einfach verstreichen lassen. Das sei nicht gut, befand Bochinger. Das sei schlecht für die Außenwirkung der Gemeinde. Allerdings scheiterte der Verwaltungsvorschlag, dem Projekt das gemeindliche Einvernehmen zu erteilen. Es kam zu einem 5:5-Patt bei sechs Enthaltungen. Damit erreichte der Antrag nicht die erforderliche Mehrheit.

Rote mit grüner Offensive: Susanne Nittel (SPD) äußerte die Bitte, die Biotope auf Kelterner Markung im Blick zu behalten. Dieter König (SPD) forderte den Bauhof zu einem sensibleren Umgang mit der Natur auf. Einerseits würden seiner Meinung nach Pflanze zu stark beschnitten, andererseits komme man dem japanischen Staudenknöterich nicht bei. Walter Appenzeller (Grüne) freute sich über das Interesse der SPD an grünen Themen. mar