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Unter Anleitung von Roland Bliesener und Sarah Schwenk (hinten von links) haben Birkenfelder Kinder ein Hörspiel produziert.  Foto: Moritz 

Außerirdische in Birkenfeld – Kinder produzieren eigenes Hörspiel

Birkenfeld. Es brummt, es kracht, es scheppert: In Birkenfeld landet ein Außerirdischer. Unfreiwillig. Sein Ufo ist kaputt. Pech für den armen Elio, wie der Alien heißt. Aber zum Glück gibt’s im Ort nette, hilfsbereite Leute. Und so heißt es: „Elio findet eine Freundin“. Unter diesem Titel haben rund 20 Kinder in der Birkenfelder Gemeindebibliothek im Lauf der Woche ein Hörspiel produziert.

Das fünftägige Projekt wurde in Zusammenarbeit mit dem Stadtjugendring Pforzheim durchgeführt und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Programms „Total Digital“ gefördert.

Unter Leitung von Musik- und Medienpädagoge Roland Bliesener, Yannick Argast und Bibliotheksmitarbeiterin Sarah Schwenk haben die Acht- bis Zwölfjährigen von A bis Z alles selbst gemacht. Ausgedacht und geschrieben wurde die Geschichte bei Treffen des monatlichen Leseclubs der Bibliothek. Der Fantasie wurde freien Lauf gelassen. „Die Handlung war eigentlich ganz leicht zu erfinden“, sagen Antonia und Fynn.

Dann galt es, Sprech- und Erzählerrollen zu verteilen. Bliesener brachte ein mobiles Tonstudio mit – eine mit Schaumstoff ausgekleidete Box, in der das professionelle Mikrofon hängt. Aufgezeichnet wird mit dem Computer. „Es ist unglaublich komisch, sich nachher selbst zu hören“, sagt Charis (9), die eine der Erzählerrollen hat. Spannend sei’s gewesen, findet auch Elio-Sprecher Pit (8), aber: „Da muss man sich trauen, aus sich rauszugehen.“

Weil aber nur Sprechrollen zu langweilig wären, wurde das Hörspiel mit Geräuschen und Musik aufgepeppt. Mit Keyboard, Saxofon, Geige, Eufonium und Querflöte haben die Kinder selbst Melodien eingespielt – ganz nach Bedarf mal dramatisch, mal gruselig, mal sanft. „Und nebenbei gab’s ein bisschen Medienbildung – zum Beispiel, dass man für so ein Projekt nicht einfach Musikstücke aus dem Internet runterladen kann, weil es ja Urheberrechte gibt“, sagt Bliesener. Am Computer legen Finn und Joel die verschiedenen Tonspuren übereinander.

Für die Geräusche sind die Kinder mit Mikrofonen durch den Ort gezogen. So wurde beispielsweise die Originalatmosphäre mit ordentlich Hall aus der Unterführung beim Rathaus – der Ufo-Absturzstelle – eingefangen. Mit den Klettverschlüssen von Schuhen und einem Wasserkrug wurden Elektro-Bizzeln und auslaufendes Benzin nachgestellt.

Wie aber klingt ein vorbeifliegendes Ufo? „Vielleicht ein bisschen wie die Autowaschanlage neben der Bibliothek?“, lacht Bliesener, will aber vor der Premiere des Hörspiels nicht zu viele Details preisgeben.

Am Dienstag, 10. September, um 17 Uhr feiert „Elio findet eine Freundin“ in der Bücherei Birkenfeld öffentliche Premiere. Der Eintritt ist frei. Neben dem etwa 15-minütigen Hörspiel stellen die Kinder im Rahmen eines „Making-of“ zur Entstehung auch Bilder und ein Produktionstagebuch aus ihrer Arbeitswoche vor. Anschließend stehen CDs mit dem Hörspiel zum Ausleihen bereit.

Sven Bernhagen

Sven Bernhagen

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