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Saskia Esken (rechts) beim Arbeitskreis Asyl in Schömberg.  Foto: SPD 

Austausch über die Arbeit mit Asylbewerbern: Saskia Esken in Schömberg

Calw/Schömberg. Die ehrenamtliche Unterstützung Geflüchteter hat einen hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft. In fast jeder Gemeinde finden sich Arbeitskreise, die sich dafür einsetzen, Menschen mit Migrationsgeschichte bestmöglich in unsere Gesellschaft zu integrieren. Um sich ein Bild von der Arbeit des Arbeitskreises Asyl in Schömberg zu machen, war Saskia Esken, SPD-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Calw/Freudenstadt, vor Ort. In entspannter Runde konnten die Mitglieder des Arbeitskreises ihre Erfolge und Projekte vorstellen, aber auch die Probleme und Hindernisse darlegen.

Ulrike Berkholz machte zur Begrüßung auf einige Punkte aufmerksam, die die zukünftige Arbeit im AK erleichtern würden. So gestalte sich beispielsweise der Familiennachzug für Geflüchtete aus einigen Ländern schwierig, da manche Behörden nicht mit Geburtsurkunden, sondern, wie am Beispiel Eritrea gezeigt wurde, mit Taufurkunden arbeiteten, die die Deutschen Ämter aber nicht anerkennen.

Berkholz führte weiter an, dass für Betriebe immer ein Restrisiko bleibe, dass selbst aus der Ausbildung Geflüchtete während des laufenden Betriebes abgeschoben würden. „Es ist unverständlich, dass das Innenministerium die Forderung der Unternehmen in Deutschland zu ignorieren scheint. Unser Fachkräftemangel kann mittelfristig ohne Migration nicht gelöst werden“, sagte Esken.

„Die positiven Beispiele gelungener Integration kommen zu kurz“, so Tino Bayer vom AK-Asyl Schömberg. „Es gibt Kommunen, die die Seebrücke als Chance für sinkende Einwohnerzahlen verstehen“, so Bayer weiter. Berkholz sieht oftmals Vorurteile innerhalb der Bevölkerung: „Viele unserer Schützlinge kommen nicht in ein Mietverhältnis, auch weil die Bevölkerung Vorurteile hegt. Die Menschen wollen nur in Frieden mit Ihren Familien hier wohnen und arbeiten, eine gute Ausbildung für sich und ihre Kinder und stabile Lebensverhältnisse, wie jeder andere Mensch auch.“