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Überzeugendes Spiel vor eindrucksvoller Kulisse: Das „Theater im Schloss“ führte Molières Tragikomödie „George Dandin“ auf. Foto: Molnar
Überzeugendes Spiel vor eindrucksvoller Kulisse: Das „Theater im Schloss“ führte Molières Tragikomödie „George Dandin“ auf. Foto: Molnar
30.07.2015

Ausverkauftes Theater in Neuenbürg

Sie haben es gewagt, die Macher von „Theater im Schloss“, sind nicht vor dem Regen in den Schlosskeller geflüchtet. Zur Freude der rund 90 Zuschauer: Die historische Kulisse der alten Ruine in Neuenbürg war geradezu ideal für die ausverkaufte Vorstellung der barocken Tragikomödie „George Dandin – oder: Wer hat Angst vor Molière?“.

Darin geht es um den reichen Bauern Dandin (Thomas Leibfried), der mit der jungen, adligen Angélique (Yara Butschkow) verheiratet ist. Diese betrügt ihn schamlos mit dem Höfling Clitandre (Jurij Galanzew), unterstützt von ihrer Zofe Claudine (Larissa Farr). Im Original trägt das 1668 uraufgeführte Stück von Molière den Titel „George Dandin – oder: Der beschämte Ehemann“. Das „Theater im Schloss“ unter der Regie von Michael Huber hat das eigens übersetzte Werk etwas abgewandelt. So wurden den bitteren Eheszenen einige poetisch-musikalische Zwischenspiele gegenübergestellt. Huber regte mit Lesungen aus Ingeborg Bachmanns Roman „Malina“ zum Nachdenken an, sprach von bald errungener Freiheit, vom Ende der Sklaverei, vom Tag, an dem alle Frauen goldene Kleider tragen.

Sabine Schmid spielte ruhige Töne auf der Querflöte. Kaum hatte der Geschlechterkampf vor dem Eisenportal der Ruine begonnen, fielen auch schon die ersten Regentropfen. Techniker Matthias Hamann war jedoch zweimal kurz davor, abzubrechen, wie er später gestand. Der Regen habe aber immer wieder nachgelassen. Mit Witz und Ironie gelang es dem Ensemble, sowohl das Stück als auch die Kulisse wirken zu lassen.

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