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Am Radweg bei Wilferdingen wird bereits gebaut. Neue Kanäle sind dort nötig.
Am Radweg bei Wilferdingen wird bereits gebaut. Neue Kanäle sind dort nötig.
Drei Spuren hat die B10 schon – aber nur in einem Abschnitt in Richtung Pforzheim bis zum Ersinger Kreuz.  Ketterl
Drei Spuren hat die B10 schon – aber nur in einem Abschnitt in Richtung Pforzheim bis zum Ersinger Kreuz. Ketterl
Beim Ausbau der B 10 werden auch einige gefährliche Kurven begradigt, um Unfallrisiken zu senken.
Beim Ausbau der B 10 werden auch einige gefährliche Kurven begradigt, um Unfallrisiken zu senken.
12.05.2017

B10 wird keine Landstraße der Zukunft

Von Anfang Juni bis Mitte November erneuert das Land die B 10 von Wilferdingen bis zum Ersinger Kreuz. Die Straße wird rund fünf Monate lang voll gesperrt sein. Das für die Erneuerung der Bundesstraße zuständige Regierungspräsidium (RP) Karlsruhe entschärft dabei auch Kurven. Die B 10 in diesem rund fünf Kilometer langen Abschnitt war schon immer ein gefährliches Pflaster.

Vor rund 80 Jahren bangten Fahrer von Pferdefuhrwerken, ob sie auf der abschüssigen Strecke mit „zehn Prozent Gefälle und sechs Bögen und Gegenbögen heil durchkommen“, heißt es in einem Bericht der „Pforzheimer Rundschau“, dem Vorläufer der PZ, über die Straßenkorrektur im Jahr 1935. Damals wurde die B10 aufwendig umgebaut. Doch ihren Schrecken verlor sie nie. 2002 erinnerte eine Initiative mit Holzkreuzen neben der B10 an schwere Unfälle mit mehreren Toten.

Für die in rund drei Wochen anlaufende Sanierung gibt es seit Sommer 2013 als Basis für Planungen die neu gefassten „Richtlinien für die Anlagen von Landstraßen“ (RAL). Mit diesen Regeln will das Bundesverkehrsministerium „einen sicheren und leistungsfähigen Verkehrsablauf ermöglichen“, sagt Matthias Zimmermann vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Der Leiter der Abteilung Straßenentwurf und -betrieb des Instituts für Straßen- und Eisenbahnwesen der Universität hat maßgeblich an den Richtlinien mitgewirkt. Sie gelten für den Bau neuer Trassen, aber auch für Um- und Ausbauten, die der Bund wie zum Beispiel nun bei der B 10 im Enzkreis finanziert.

Große und vielbefahrene Landstraßen, die für überregionale Verkehrsverbindungen wichtig sind, sollen laut RAL-Kurs künftig zu mindestens 15 bis 20 Prozent je Richtung drei Fahrstreifen haben. „Der mittlere Streifen dient dabei als Überholspur für die eine und dann wieder für die andere Richtung“, so Zimmermann. Als optische Trennung solle eine durchgezogene Doppellinie die Überholzonen von der Gegenspur trennen. Das sei die Entwurfsklasse 2 in der neuen Straßenbaurichtmarke.

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