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Bachpaten-Leiter Harry Faaß im Einsatz mit der elektrischen Rebschere.  Foto: Roller
Bachpaten-Leiter Harry Faaß im Einsatz mit der elektrischen Rebschere. Foto: Roller
25.02.2016

Bachpatengruppe Kämpfelbach: Für fleißige Hände immer was zu tun

Ein Vierteljahrhundert ist vergangen, seitdem sich die Bachpatengruppe Kämpfelbach im April 1991 gegründet hat. Seither kümmern sich deren Mitglieder ehrenamtlich um die Pflege von Kämpfelbach, Mühlbach, Bruchbach und deren Nebengewässern. „Wir haben damals mit 13 Leuten angefangen“, erinnert sich Helmut Fohler, der die Bachpatengruppe von 2002 bis ins zurückliegende Jahr mit viel Herzblut geleitet hat. Alles fing an, als das Land Baden-Württemberg beschlossen hat, dass die Kommunen die Patenschaften für Gewässer zweiter Ordnung an Gruppen und Vereine vergeben dürfen.

Daraufhin hat sich der Anglerverein Karlsruhe, bei dem auch die Bachpaten Kämpfelbach allesamt Mitglieder sind, um eine solche Patenschaft bei den Gemeinden Kämpfelbach und Königsbach-Stein beworben. „Wir hatten das Fischereirecht schon gepachtet, da war die Patenschaft naheliegend“, sagt Fohler. Die Bachpaten – damals noch unter ihrem ersten Leiter Helmut Helbach – haben damit die Aufgabe übernommen, den Zustand der Gewässer zu beobachten, sie zu pflegen und wichtige Veränderungen mitzuteilen. Insgesamt betreut die mittlerweile 16 Mann starke Truppe 15 Kilometer Gewässer, davon zwölf Kilometer Kämpfelbach sowie drei Kilometer Bruchbach und Mühlbach. Durchschnittlich acht reguläre Arbeitseinsätze absolvieren die Bachpaten pro Jahr. Die meisten davon übrigens in der kalten Jahreszeit, um die Vögel nicht beim Brüten zu stören.

Hinzu kommen Sondereinsätze – neben der Gehölzpflege auch die Beseitigung von Neophyten, nichtheimischer Pflanzen. Oft arbeiten sie auf matschigem Untergrund, bei niedrigen Temperaturen und sogar im Regen. Das Ziel ist aber immer das Gleiche, nämlich die Gesunderhaltung des Gewässers. Das Ufer dürfe zum Beispiel nicht zu dicht bewachsen sein, erklärt Fohler. „Denn wenn zu viele Gehölze an einem Bach stehen, geht wegen der Wurzeln die Eigendynamik des Gewässers verloren, so dass es sich nicht mehr richtig entwickeln kann.“

Plastik- und Glasmüll entsorgt

Dieses Jahr haben die Bachpaten ihren letzten Arbeitstag für eine Gewässerputzede genutzt, bei der sie einige Kubikmeter vor allem Plastik- und Glasmüll aus dem Wasser gefischt haben. „Wenn man eine Patenschaft übernimmt, muss man sie mit Leben füllen“, betont Fohler. Und das hat seine Truppe von Anfang an getan. Als man die Patenschaft 1991 übernahm, hat man erst einmal eine gründliche Bestandsaufnahme inklusive Kartierung gemacht, um zu wissen, was man eigentlich betreut. Von 1992 bis 2000 ging es vor allem darum, den Gehölzsaum auf der gesamten Bachlänge zu vervollständigen. Dazu hat man rund 3250 Erlen gepflanzt.

Weil zudem viele Bereiche sanierungsbedürftig waren, besserte die Truppe auf einer Länge von rund 1030 Metern insgesamt 23 Stellen mit Weidengeflecht aus. Außerdem hat die Gemeinde einen Teil der Wanderhindernisse für Fische beseitigt. Die Bachpaten haben sich indessen um die Förderung von Kleinfischarten gekümmert und unter anderem Gründlinge, Elritzen, Stichlinge und Schmerlen eingesetzt. Darüber hinaus sind die Bachpaten auch an Schulen gern gesehene Ansprechpartner. Für ihr Engagement wurden sie im Jahr 2000 mit dem zweiten Preis des Landesfischereiverbands ausgezeichnet. Und auch den zweiten Platz beim Umweltpreis der Sparkasse Pforzheim Calw haben sie belegt.

Besonders freut Fohler, dass es den Bachpaten bisher nie an Nachwuchs gemangelt hat: „Es ist schön zu sehen, dass auch die jungen Leute Interesse haben“. Seit vergangenem Jahr ist Harry Faaß der Erste bei den Bachpaten, der auch den Bauhof der Gemeinde Königsbach-Stein unter sich hat. Er blickt optimistisch in die Zukunft: „Es geht weiter wie gehabt. Wir werden nie fertig, weil immer was zu tun ist“.